Positive Entwicklung auch für Deutschland vorausgesagt
OECD beurteilt Lage der Weltwirtschaft optimistisch

Die deutsche Exportwirtschaft profitiert vom niedrigen Euro.

ap PARIS. Die Weltwirtschaft entwickelt sich nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in den kommenden Jahren positiv. International seien die Rahmenbedingungen äußerst günstig, stellt die in Paris ansässige Organisation in ihrem am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsausblick fest. Davon profitiert auch Deutschland: Die OECD sagt für dieses und kommendes Jahr ein Wachstum von jeweils rund drei Prozent voraus. Außerdem soll die Zahl der Arbeitslosen sinken. Sorgenkind bleibt die Bauindustrie.

Gute Aussichten hat der OECD zufolge die deutsche Exportwirtschaft - die Asienkrise ist vorerst überwunden, Russland profitiert von den steigenden Ölpreisen. Gleichzeitig wird Deutschland eine gute Wettbewerbsfähigkeit zugeschrieben: Als einer der Faktoren gilt der niedrige Euro, vermerkt werden aber auch die moderaten Tarifabschlüsse der vergangenen Monate. Insgesamt bewertet die OECD die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik als positiv. Mit der Steuerreform seien bisher bestehende Unsicherheiten beseitigt worden; auch die eingeleitete Politik zur Konsolidierung des Haushalts gehe in die richtige Richtung.

Das Haushaltsdefizit wird nach OECD-Einschätzung im Jahr 2000 etwa ebenso hoch liegen wie 1999 - nämlich bei 1,1 %. 2001 dürfte es - eine Folge der Steuerreform - wieder etwas steigen. Deshalb betonte die Pariser Organisation ausdrücklich die Notwendigkeit einer Konsolidierungspolitik, am besten im Einklang mit strukturellen Reformen im Arbeitsmarkt- und Sozialbereich.



Bauindustrie bleibt Sorgenkind

In der Bauindustrie, so heißt es weiter, habe sich 1999 nach vier Jahren ein Ende der Rezession angedeutet. Ein Konjunkturaufschwung sei hier aber weiterhin nicht zu erwarten. Weitaus positiver sehe es insgesamt im Konsumbereich aus: Die sinkenden Arbeitslosenzahlen und das steigende Haushaltseinkommen dürften den Konsum anheizen, erwartet die OECD.

Auch die anderen Ländern können laut OECD-Prognose optimistisch in die Zukunft blicken. Der Aufschwung in den USA übertreffe alle Erwartungen, dürfte sich in den kommenden Monaten aber etwas verlangsamen, heißt es. Hier sei es jetzt Aufgabe der Regierung, durch eine entsprechende Geldpolitik für eine 'weiche Landung' zu sorgen. Auch die von der Asienkrise betroffenen Staaten könnten inzwischen wieder Wachstumsraten vorweisen.

Die drastisch gestiegenen Ölpreise hätten keine negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, stellt die OECD außerdem fest. Die Preise hätten sich seit den 70er und 80er Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau bewegt, und bei den jüngsten Preiserhöhungen handele es sich zum Teil um eine Korrektur dieses Zustands. Auch aus umweltpolitischen Gründen seien die höheren Preise durchaus begrüßenswert.



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