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Positive Jahresbilanz für Haas trotz Niederlage

Altmeister Andre Agassi hat Thomas Haas den Weg in sein drittes Finale 2004 versperrt. Trotzdem war der Hamburger restlos begeistert von dem spektakulären Halbfinale in Stockholm und seinem Tennis-Jahr, das er als bester Deutscher abschließen kann.

dpa STOCKHOLM. Altmeister Andre Agassi hat Thomas Haas den Weg in sein drittes Finale 2004 versperrt. Trotzdem war der Hamburger restlos begeistert von dem spektakulären Halbfinale in Stockholm und seinem Tennis-Jahr, das er als bester Deutscher abschließen kann.

"Das war der Hammer. Es hat richtig Spaß gemacht", schwärmte Haas nach der 6:7 (5:7), 6:7 (4:7)-Niederlage gegen den topgesetzten Amerikaner. "Es war ein hochklassiges Match mit hervorragendem Tennis. Es hing nur an ein paar ganz engen Punkten."

Am Ende musste der 26 Jahre alte Wahl-Amerikaner die sechste Niederlage im neunten Vergleich mit dem 34-Jährigen hinnehmen. Allein in diesem Jahr haben sich Haas und Agassi drei Mal gegenüber gestanden - der Jüngere liegt mit 1:2 im Hintertreffen. Aus der beim Masters-Turnier in Paris-Bercy geplanten Revanche wird aber nichts. Agassi sagte die Teilnahme wegen seiner wieder schmerzenden rechten Hüfte ebenso ab wie der Argentinier David Nalbandian, den Knieprobleme plagen. Haas spielt nach einem Freilos zum Auftakt gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu oder "Lucky Loser" Xavier Malisse aus Belgien.

Der Kampf um einen Platz bei der Tennis-WM vom 15. bis 21. November in Houston ist für Agassi, der im Finale von Stockholm beim 6:3, 3:6, 6:7 (4:7) gegen den Schweden Thomas Johansson den 60. Titel seiner Karriere verpasste, wie auch für Nalbandian damit verloren. Haas dagegen fühlt sich am Ziel seiner Wünsche. "Es war ein Jahr über den Erwartungen. Nach 15 Monaten Verletzungspause wollte ich in die Top 100 kommen. Dass ich nun schon wieder zu den ersten 20 gehöre und das Jahr wahrscheinlich als bester Deutscher beende, ist ein Super-Erfolg", sagte der frühere Weltranglisten-Zweite, der nach seinem Comeback im Februar die Turniere in Houston und Los Angeles gewann und mit seinem vierten Halbfinale den verletzten Nicolas Kiefer im Champions Race überholte.

"Beeindruckend" findet Agassi diese Leistung nach zwei Schulter-Operationen. "Für mich ist Tommy einer der besten Spieler der Welt." Haas, der mit Agassi, dessen Frau Steffi Graf und den beiden Kindern in Stockholm im selben Hotel wohnte und mit seinem früheren Idol auch zum Abendessen ausging, fühlte sich geehrt. "Andre ist einer, der solche Sachen nicht einfach so dahin sagt", meinte er und gab die Komplimente zurück: "Wenn er weiter so spielt, kann er im kommenden Jahr noch einmal einen großen Titel gewinnen."

Auch Haas könnte wieder in ungeahnte Höhen vorstoßen, wenn seine Schulter hält. Als bester deutscher Tennis-Profi des Jahres hat er erst einmal Rainer Schüttler abgelöst, der wie auf einer Achterbahn durch die Saison fährt. Dem Finale beim Masters in Monte Carlo und Olympia-Silber im Doppel mit Kiefer stehen 18 Auftakt-Niederlagen gegenüber. In Basel verlor der Korbacher im Viertelfinale mit 6:4, 6:7 (5:7), 3:6 gegen Nalbandian. In Paris bekommt er es mit Angstgegner Feliciano Lopez aus Spanien zu tun, gegen den er nur eins von fünf Matches gewonnen hat. Von einer WM-Teilnahme wie im vergangenen Jahr, als er in Houston im Halbfinale stand, ist Schüttler meilenweit entfernt.

Der Masters Cup der besten acht Tennis-Profis findet in diesem Jahr ohne deutsche Spieler statt. Qualifiziert sind Roger Federer (Schweiz) sowie Andy Roddick (USA), Lleyton Hewitt (Australien), French-Open-Sieger Gaston Gaudio (Argentinien) und der wie Federer in Paris verletzt fehlende Carlos Moya (Spanien). Die drei noch offenen Plätze nehmen nach dem Ausscheiden von Agassi und Nalbandian der Argentinier Guillermo Coria, der Brite Tim Henman und Marat Safin aus Russland ein.

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