Positive Quartalszahlen: Wall Street eröffnet im Plus

Positive Quartalszahlen
Wall Street eröffnet im Plus

Nach dramatischen Kursverlusten zur Wochenmitte machen die US-Märkte am Donnerstag wieder Boden gut. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn notiert der Dow Jones mit einem Plus von bis zu 80 Punkten, die technologie-orientierte Nasdaq verbessert sich um 20 Punkte.

NEW YORK. Zwei Prozent runter, mögliche zwei Prozent rauf - der Markt bewegt sich in dieser Woche mit hoher Volatilität. Während in den letzten vier Wochen überwiegend Analysen aus dem konjunkturellen Umfeld und mehr oder weniger fundierte Kommentare das Geschen an der Wall Street bestimmt hatten, geht es in dieser Woche wieder um nackte Zahlen. Und hatten gestern negative Unternehmensmeldungen und schwache Ausblicke überwogen, so sind es am Donnerstag die positiven und optimistischen Stimmen, die auf dem Parkett Gesprächsstoff sind.

Während beispielsweise das schwache Ergebnis von JP Morgan gestern die Märkte belastet hatte, gibt Branchenführer Citigroup dem Handel heute Kraft. Die größte US-Bank weist für die letzten drei Monate trotz der katastrophalen Enron-Pleite und der Wirtschaftskrise in Argentinien einen Gewinn von 74 Cent aus, einen Cent mehr als die Wall Street erwartet hatte. Um 20 Prozent sei allein das Geschäft mit Privatkunden gestiegen, gibt das Haus bekannt. Die Aktie legt schon früh 1,7 Prozent zu.

Mit General Electric und United Technologies haben am Morgen auch zwei der größten Industrie-Multis gemeldet. General Electric steht im ersten Quartal ohne CEO Jack Welch bei einem Gewinn von 3,9 Milliarden Dollar ein Anteilsplus von 39 Cent zu Buche, was punktgenau den Erwartungen der Analysten entspricht. General Electric verbessert sich am Morgen um 2,6 Prozent.

United Technologies konnte die Erwartungen sogar übertreffen. Das Unternehmen spricht von einem Gewinn von 69 Cent pro Aktie im abgelaufenen Viertel, zwei Cent über der Konsensschätzung. "Nach den Verlusten im Zusammenhang mit dem 11. September, hat United Technologies die Wende geschafft und ein stabiles Quartal hinter sich", urteilt CEO George Davis, der auch die Gewinnschätzungen für das Jahr 2002 von 4,32 Dollar pro Papier bestätigte. Die Aktie gewinnt 3,2 Prozent.

Erwartungsgemäß schwach fiel das Ergebnis beim Automobilriesen Ford aus. Das Unternehmen musste im vierten Quartal einen Verlust von 5,07 Milliarden Dollar oder 2,81 Dollar pro Aktie einstecken. Einmalige Ausgaben herausgerechnet - etwa die 4,1 Milliarden Dollar, die Ford für Restrukturierung und die Entlassung von 35.000 Mitarbeitern zahlt - kommt das Unternehmen immer noch auf ein Anteilsminus von 48 Cent. Analysten hatten mit einem Verlust von 50 Cent gerechnet. Ford. Das "katastrophale Ergebnis", so ein Kommentar auf dem Parkett, ist keine Überraschung, weshalb Ford am Morgen nur um ein Prozent ins Minus rutscht.

Auch Tech-Aktien machen am Donnerstag von sich reden: Der Computerbauer Compaq weist ein "sehr starkes Quartal" aus, wie CEO Michael Capellas am Morgen sagte. Das Unternehmen hat alle Erwartungen übertroffen und weist einen Gewinn von sechs Cent pro Aktie aus, während Analysten ein Anteilsplus von nur einem Penny prognostiziert hatten. Der Umsatz, so Compaq, sei auf 8,5 Milliarden Dollar gestiegen, was die starke Nachfrage am Markt belege. Für 2002 gibt man sich weiter optimistisch; Compaq setzt die Ertragserwartung für das volle Jahr von 20 auf 25 bis 26 Cent pro Aktie herauf. Die Credit Suisse First Boston hält die Compaq-Aktie für die "single best idea" im Computersektor und rät zu "kaufen", Anleger ziehen mit und Compaq klettert am Morgen um 3,6 Prozent.

Nur noch auf "halten" setzt die Credit Suisse First Boston hingegen die Aktie von Apple . Der Computerhersteller hat im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 38 Millionen Dollar erwirtschaftet. Im Vergleichszeitraum vor einem Jahr häufte Apple noch Verluste auf. Große Hoffnungen ruhen nun auf dem neuen iMac, der vor einer Woche präsentiert worden war. Während Apple meint, dass "viele Käufer auf dieses Modell gewartet haben" und sogar Versorgungsengpässe befürchtet, sind Analysten kritischer. Die Nachfrage sei unbetreitbar hoch, heißt es bei der CSFB, doch müsse der iMac "ein voller Erfolg werden, um alleine stabile Gewinne zu sichern". Außerdem handele die Aktie zu dicht an ihrem Kursziel und sollte bei 25 Dollar verkauft werden. Im Handel legt Apple fast sechs Prozent zu.

Optimistisch geben sich die Analysten am Morgen in bezug auf Microsoft . Der Softwareriese wird, ebenso wie Big Blue IBM , am Abend Quartalszahlen melden. Microsoft werde wohl "am oberen Ende der Erwartungen" abschließen, heißt es auf dem Parkett.

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