Positive Reaktion auf US-Gerichtsentscheidung
Wall Street tendiert freundlicher

Die Wall Street hat am Mittwoch fester eröffnet, nachdem das oberste US-Bundesgericht mit seiner Entscheidung wahrscheinlich den Weg für den Republikaner George W. Bush ins Weiße Haus geebnet hat. Der Dow-Jones-Index stieg in den ersten 15 Minuten des Handels um 128,93 Zähler oder 1,20 % auf 10 897,20 Punkte. Der technologielastige NASDAQ-Index zog um 37,50 Zähler oder 1,28 % auf 2 969,27 Punkte an. Der Rentenmarkt tendierte ebenfalls fester.

Die Wall Street freut sich über das Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten. In einer komplizierten Rechtssprechung lehnten die Richter die Handzählungen in einzelnen Bezirken Floridas ab, verwiesen den Fall dennoch zurück an den Obersten Gerichtshof in Florida. Werte, die von dem Sieg der Republikaner profitieren können, legen erneut an Wert zu. Microsoft, Pharma- und Tabakwerte notieren im Plus.

Einen leichten Hieb versetzte die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze dem Markt am Morgen. Die veröffentlichten Konjunkturdaten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft doch wesentlich stärker abkühlt, als es der Wall Street lieb ist. Die Einnahmen des Einzelhandels gingen im November im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent zurück. Experten hatten dagegen mit einem Anstieg der Umsätze um 0,2 Prozent gerechnet.

Ein gewisser Trost: Ausgenommen vom stark schwankenden Bereich der Autoverkäufe ist der Index jedoch um 0,2 Prozent gestiegen. Investoren bauen nun auf eine Zinssenkung der US-Notenbank, die durch die rückläufige Konjunktur immer wahrscheinlicher wird.

Compaq Computers verliert im frühen Handel rund vier Prozent. Der größte US-Hersteller von Heimcomputern reduzierte sowohl seine Gewinn- als auch Umsatzprognosen für das laufende Quartal. Als Begründung führte das Management die schleppenden Auftragseingänge von kleinen, mittleren und Dot.com Unternehmen an. Das Geschäft auf den ausländischen Absatzmärkten laufe planmäßig. Dagegen lahmte der Absatz in den USA.

Die meisten Analysten reagierten prompt. Sie senkten die Gewinnerwartungen für Compaq weiter, bestätigen aber die Empfehlungen. So bleibt Ashok Kumar von dem Brokerhaus US Bancorp Piper Jaffray bei seiner Kaufempfehlung, befürchtet jedoch, dass Compaq erst im zweiten Halbjahr 2001 mit einem Aufschwung rechnen kann. Im Gegensatz zu Dell Computer und Gateway beschränke sich Compaqs Geschäft ausschließlich auf den PC Bereich.

Das Brokerhaus Chase Hambrecht & Quist belastete den Computersektor am Morgen zusätzlich. Die Analysten befürchten, dass Dell Computer eine weitere Umsatz- und Ertragswarnung aussprechen muss. Seit der ersten Warnung am 10. November habe sich das Geschäftsumfeld weiter verschlechtert. Auch Dell büßt an Wert ein. Unter Druck gerät auch der Chipsektor. Wenn der Computersektor kränkelt, dann leidet auch die Zulieferindustrie. Merrill Lynch und Salomon Smith Barney stufen den Sektor wegen Wachstumsbedenken am Morgen ab.

Über ein Viertel seines Börsenkurses verliert am Morgen Razorfish. Das E-Commerce-Beratungsunternehmen warnte die Investoren vor enttäuschenden Gewinnen. Das Unternehmen erwartet nun im vierten Quartal einen Verlustausweis zwischen 17 und 22 Cents pro Aktie. Die Marktteilnehmer an der Wall Street hatten mit einem Gewinn von zwei Cents pro Aktie gerechnet. Die geringeren Ausgaben von Internetunternehmen seien der Grund, dass auch die Umsätze von Razorfish weit unter den Erwartungen von 82,65 Millionen Dollar liegen werden, so das Unternehmen weiter. Das Unternehmen schätzt den Quartalsumsatz jetzt auf 50 Millionen Dollar. Das Papier rutscht rund 27 Prozent ins Minus.

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