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Positive Signale aus Bankenrunde zur Karstadt-Quelle-Rettung

Der angeschlagene Handelsriese Karstadt-Quelle steht vor einem Durchbruch bei den entscheidenden Rettungsgesprächen mit den Banken. Aus Konzernkreisen wurde am Donnerstag bekannt, dass die Verhandlungen mit den Banken über eine Verlängerung der Kredite vor dem Abschluss stehen.

dpa-afx ESSEN. Der angeschlagene Handelsriese Karstadt-Quelle steht vor einem Durchbruch bei den entscheidenden Rettungsgesprächen mit den Banken. Aus Konzernkreisen wurde am Donnerstag bekannt, dass die Verhandlungen mit den Banken über eine Verlängerung der Kredite vor dem Abschluss stehen. Dabei seien für die Sanierung des Essener Unternehmens ausreichende Lösungen gefunden worden, hieß es weiter.

Als eine der ersten Banken hatte sich bereits die WestLB zur weiteren Zusammenarbeit mit dem angeschlagenen Handelskonzern bekannt. "Wir sind in Gesprächen mit Karstadt-Quelle, wie wir den Umstrukturierungsprozess des Unternehmens auch künftig begleiten werden", hatte ein Banksprecher schon am Vortag erklärt. Zur Höhe des Engagements und zum Gesprächsstand machte er keine Angaben.

Kreise: Verlängerung Mehrerer Kreditlinien

Wie in Bankenkreisen verlautete, ist die Verlängerung mehrerer Kreditlinien von sechs Monaten auf drei Jahre im Gespräch. Dem Vernehmen nach fordern die Kreditinstitute aber im Gegenzug vom Management eine Art Geschäftsplanung für die kommende Jahre. Bei den Gesprächen sind angeblich Vertreter von sieben Großbanken eingebunden, darunter auch die Bayerische Landesbank und die Dresdner Bank.

Parallel zu den Bankengesprächen drängt der Konzernvorstand auf eine rasche Einigung mit Betriebsrat und Gewerkschaften. Bereits bis Mitte Oktober soll dies aus Sicht der Unternehmensleitung erreicht sein. Die Gewerkschaft ver.di wollte sich in den vergangenen Tagen nicht auf einen Zeitplan festlegen. Der Gesamtbetriebsrat hatte von harten Verhandlungen gesprochen und eine rasche Einigung bezweifelt.

Gespräche Fortgesetzt

Die Gespräche der Unternehmensleitung mit dem Betriebsrat werden an diesem Freitag in Frankfurt fortgesetzt. Die Arbeitnehmerseite ist zwar zum Verzicht auf übertarifliche Leistungen im Gegenzug zu einer Beschäftigungs- und Standortsicherung bereit. Die vom Vorstand geforderten längeren Arbeitszeiten oder betriebsbedingte Kündigungen lehnen Betriebsrat und Gewerkschaft hingegen kategorisch ab.

Unterdessen haben sich erste Interessenten für kleinere Teile des Filialnetzes gemeldet. Der führende Betreiber von Einkaufszentren in Europa, die Hamburger ECE-Gruppe, zeigte Interesse an Warenhäusern. "Zehn bis zwölf Standorte könnten interessant sein", sagte ECE-Chef Alexander Otto der "Textilwirtschaft". Ein Sprecher des Düsseldorfer Bekleidungsunternehmens Peek & Cloppenburg (P & C) erklärte, dass sein Unternehmen mit Karstadt-Quelle derzeit Verhandlungen führe. "Wir sind nicht an den Warenhäusern interessiert, höchstens an Wehmeyer- oder Sinnleffers-Standorten", sagte ein P & C-Prokurist der Fachzeitschrift.

Kreise: C & A HAT Interesse AN Einzelnen Standorten

In Branchenkreisen verlautete, dass auch C & A Interesse an einzelnen Standorte haben dürfte. Die Textilkette will ihr Filialnetz in Deutschland ausbauen. "Wir kommentieren das nicht", sagte ein C & A - Unternehmenssprecher am Donnerstag der dpa in Düsseldorf. Am selben Tag eröffnete das Familienunternehmen gleich zwei neue Filialen.

Die Immobilienabteilung von Karstadt-Quelle streckte dem Zeitungsbericht zufolge auf der am Donnerstag zu Ende gegangenen Messe Expo Real in München ihre Fühler nach allen Seiten aus.

Entgegen ihrer ursprünglichen Planung will Karstadt offensichtlich doch an seinem Stammhaus in Wismar festhalten. Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken (SPD) teilte am Donnerstag mit, dies habe ihr Vorstandsmitglied Helmut Merkel telefonisch versichert. Das Stammhaus solle mit in die Sanierungspläne für das Kernunternehmen einbezogen werden. Dagegen sagte Konzernsprecher Jörg Howe auf Anfrage, das Kaufhaus stehe noch auf der Liste der 77 in Tochtergesellschaften auszugliedernden Filialen. Merkel werde im November vor Ort sein.

Mit der Aufspaltung der Karstadt-Warenhauskette in große und kleine Filialen will das Unternehmen aus der Krise kommen. Die 77 kleinen Häuser sollen im Paket verkauft werden. Daneben will sich der Konzern von Fachmarktketten trennen. Auch beim Versand soll es Einschnitte geben.

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