Positive Überraschung bei den US-Arbeitszahlen
Trüber Intel-Ausblick belastet US-Börsen

Die schwache Umsatzprognose des weltgrößten Chipkonzerns hat die Wall Street am Freitag deutlich ins Minus gezogen. Auch von Tyco und Biogen kamen schlechte Nachrichten.

Reuters NEW YORK. Nachrichten über eine mögliche Ausweitung der Ermittlungen gegen den Mischkonzern Tyco sowie die Reduzierung der Gewinnerwartung des Biotechnologiekonzerns Biogen hätten die Investoren außerdem verstimmt, sagten Händler. Im späten Geschäft trugen nach Händlerangaben Käufe auf dem ermäßigtem Niveau zu einer Erholung bei, nachdem der breite Markt zuvor auf das Kursniveau von Ende September 2001 abgerutscht war. Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 0,36 Prozent auf 9 589,67 Punkte, nachdem er im frühen Geschäft jedoch bereits bis auf 9 472 Zähler verloren hatte. Der Nasdaq-Index lag mit 1,25 Prozent auf 1 535,48 Punkten im Minus nach einem vorläufigen Tagestief bei 1 495 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index büßte 0,16 Prozent auf 1 027,53 Zähler ein.

"Die Leute haben gewartet. Die Nachfrage wurde aufgeschoben bis zu einer deutlichen Abschwächung, und Intel hat ihnen das geliefert", sagte Tim Heekin, Director of Trading bei der Investmentbank Thomas Weisel Partner in San Francisko.

Intel-Aktien fielen um rund 18,5 Prozent auf 22,00 Dollar. Das Unternehmen hatte mit seiner gesenkten Umsatzprognose Hoffnungen auf eine Erholung der Technologiebranche gedämpft und einen Kursrutsch an den Börsen weltweit ausgelöst. Das Unternehmen begründete die überraschend deutlich revidierten Erwartungen mit der Nachfrageschwäche in Europa. Branchenexperten und Anleger waren zwar nach eigenen Angaben auf eine Senkung der Umsatzprognose vorbereitet. Die Korrektur fiel allerdings kräftiger aus als erwartet. Der Kurs des Intel-Konkurrenten Advanced Micro Devices gab rund 7,5 Prozent auf 9,81 Dollar nach.

Der Kurs der Tyco-Aktie notierte rund 30 Prozent schwächer auf 10,10 Dollar. Die Anklage gegen den Ex-Tyco-Chef Dennis Kozlowski wegen Steuerhinterziehung könnte einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge weitere Ermittlungen nach sich ziehen. Die Staatsanwaltschaft von New York wolle offenbar die Verwendung von Firmengeldern für private Zwecke der Manager genauer prüfen, schrieb die Zeitung.

Belastet habe nach Händlerangaben außerdem die Mitteilung des US-Biotechnologiekonzerns Biogen, der seine Gewinnprognosen für das zweite Quartal sowie für das Gesamtjahr reduziert hatte. Der Aktienkurs des Konzerns verlor rund 11,6 Prozent auf 42,16 Dollar.

"Der Markt reagiert auf die Intel-Nachrichten, aber das ist lächerlich. Die wichtigere Nachricht sind die Arbeitslosenzahlen", sagte Jon Burnham von Burnham Asset Management. "Die Wirtschaft erholt sich, aber die Leute ignorieren die guten Nachrichten, weil sie sich über Bilanzmethoden und Verhaltensfehler Sorgen machen." Die Arbeitslosenquote in den USA war im Mai nach Angaben des US-Arbeitsministeriums überraschend gesunken. Zugleich stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr. Analysten hatten allerdings mit einem deutlicheren Beschäftigungsaufbau gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,81 Milliarden Aktien den Besitzer. 1793 Werte legten zu, 1367 gaben nach und 226 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,08 Milliarden Aktien 1694 im Plus, 1711 im Minus und 288 unverändert.

An den US-Kreditmärkten fielen die zehnjährigen Staatsanleihen um 20/32 auf 98-17/32. Sie rentierten mit 5,068 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 24/32 auf 95-3/32 und hatten eine Rendite von 5,662 Prozent.

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