Positive Umsatzentwicklung
Lion Bioscience übertrifft Analystenerwartungen

Das Heidelberger Bioinformatik-Unternehmen Lion Bioscience hat Umsatz und operatives Ergebnis im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001/02 (zum 31. März 2002) verbessert und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen.

rtr HEIDELBERG. Der operative Verlust (Ebit) im ersten Quartal habe sich auf 13,1 (Vorjahr: minus 14,1) Mill. ? verringert, teilte das im Auswahlindex Nemax50 des Frankfurter Neuen Marktes gelistete Unternehmen am Mittwoch in Heidelberg mit. Analysten hatten durchschnittlich einen operativen Verlust von 14,46 Mill. ? erwartet. Bereinigt um Einmaleffekte im Ebit des vergangenen Jahres habe sich der operative Verlust jedoch um 7,8 Mill. ausgeweitet, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Lion-Aktienkurs fiel am Mittwochmorgen in einem leichteren Umfeld zeitweise um knapp fünf Prozent auf 22,70 ?.

Vorjahresumsatz soll verdoppelt werden

Lion liegt nach Angaben von Finanzvorstand Klaus Sprockamp gut im Plan, um im Geschäftsjahr 2003/04 ein positives operatives Ergebnis zu erreichen. Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte Lion Bioscience seine Prognose, den Vorjahresumsatz von 23,3 Mill. ? zu verdoppeln. Vorstandsvorsitzender Friedrich von Bohlen werde seine am 10. August ablaufende Lock-Up-Frist für 2,2 Mill. von ihm gehaltenen Aktien freiwillig um ein Jahr verlängern, sagte Sprockamp. Der operative Verlust im ersten Quartal des vergangenen Jahres von 14,1 Mill. ? habe 8,7 Mill. ? zur Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien enthalten, teilte das Unternehmen weiter mit. Bereinigt um diesen Einmaleffekt im Vorjahr habe sich der operative Verlust im ersten Quartal des laufenden Jahres mit 13,1 Mill. ? um 7,8 Mill. ? erhöht. Spockramp zufolge haben die Konsolidierung der im Dezember übernommenen kalifornischen Trega Biosciences und Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie höhere Kosten für Verwaltung und Administration das Ebit des ersten Quartals 2001 belastet.

Der Verlust je Aktie hat sich den Angaben zufolge auf 0,6 (minus 1,84) Euro verbessert. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Verlust von 0,71 ? je Aktie gerechnet. Der Umsatz habe sich im Berichtszeitraum auf 8,9 (3,3) Mill. ? erhöht, Analysten hatten im Schnitt 8,04 Mill. ? erwartet. Die positive Umsatzentwicklung sei vor allem auf die erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von Lion sowie auf gestiegene Lizenzeinnahmen zurückzuführen, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Erlöse aus Forschung und Entwicklung haben sich den Angaben zufolge auf 5,5 Mill. ? im ersten Quartal mehr als verdoppelt. Lizenzeinnahmen seien mit knapp 3,5 Mill. ? sogar fünffach höher ausgefallen.

Weitere Partnerschaften geplant

Im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 strebe die Gesellschaft ein bis zwei weitere Partnerschaften in der Größenordnung ihrer Kooperation mit Bayer an, sagte Sprockamp weiter. Lion habe es geschafft, in 22 Monaten - der Hälfte der ursprünglich vereinbarten Zeit - 250 sogenannte "drug targets" für Bayer zu identifizieren. Diese Targets sind Ausgangsbasis für die Medikamentenentwicklung. Weiterer Schwerpunkt im laufenden Geschäftsjahr (zum 31. März 2002) werde zudem die vollständige Integration von Trega sein, sagte Sprockamp. Trega ist den Angaben zufolge spezialisiert auf die Entwicklung und den Vertrieb von Know-How und Produkten, die von pharmazeutischen und biotechnologischen Unternehmen zur Identifizierung von Wirkstoffen und Medikamenten eingesetzt werden. Lion Bioscience war am 11. August vergangenen Jahres zu einem Ausgabepreis von 65 ? am Neuen Markt gestartet. Seit dem Jahreshoch von 91 ? im Januar hat die Lion-Aktie knapp 75 % an Wert verloren. Lion-Titel sind auch an der New Yorker Nasdaq notiert. Am Vormittag lag der Lion-Aktienkurs mit 2,01 % im Minus bei 23,35 ?.

Lion bioscience will nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter in der Gewinnung und Nutzung biologischen und medizinischen Wissens für den Bereich Life Science und der Gesundheitsfürsorge werden. Sie stellt Software her, die die Daten der Biotechnologie ordnet, auswertet und mit anderen Daten abgleicht. Die 1997 gegründete Gesellschaft beschäftigt an vier Standorten mehr als 440 Mitarbeiter.

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