Positive US-Konjunkturdaten beflügeln
Finanztitel bescheren Dax ein Jahreshoch

Angetrieben von den Finanztiteln hat der der Deutsche Aktienindex am Montag auf dem höchsten Stand in diesem Jahr geschlossen. Er beendete den Handel mit einem kräftigen Plus von 3,02 Prozent auf 3 264,50 Zähler. Der MDax stieg um 0,77 Prozent auf 3 561,16 Zähler und der TecDax gewann 1,48 Prozent auf 431,01 Punkte hinzu.



HB/dpa/rtr FRANKFURT. Spekulationen über eine allgemeine Konjunkturbelebung nach positiven Wirtschaftsdaten aus den USA haben am Montag dem Deutschen Aktienindex (Dax) und insbesondere den Anteilsscheinen der Banken kräftigen Auftrieb verliehen.

Für Kauflaune sorgte Händlern zufolge der New Yorker Konjunkturindex, der die Lage der Industrie im Großraum der amerikanischen Metropole widerspiegelt und im Juni auf den höchsten Stand seit seiner Einführung vor zwei Jahren kletterte. "Das weckt bei den Anlegern die Hoffnung auf ein Anziehen der Konjunktur in der größten Volkswirtschaft der Welt", fasste ein Händler die Marktstimmung zusammen. Der bei JP Morgan tätige und den europäischen Markt analysierende Stratege Nigel Cobby ergänzte: "Die Stimmung hat sich zuletzt verändert, und es gibt einige Hinweise dafür, dass wieder mehr Geld sowohl in den USA wie auch in Europa in Aktien fließt."

Reger Nachfrage erfreuten sich im Frankfurter Handel besonders die Finanzwerte wie die Commerzbank und die HypoVereinsbank. Diese Titel verteuerten sich um 11,3 beziehungsweise 7,8 Prozent. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank erhöhten sich um 4,7 Prozent. "Das Geschäft mit festverzinslichen Papieren ist im ersten Quartal sehr gut gelaufen, im zweiten Quartal läuft auch das Aktiengeschäft wieder besser", sagte der Banken-Analyst Metehan Sen von der Privatbank Sal. Oppenheim. Seit Mitte März hat der Dax fast 50 Prozent an Wert zugelegt.

Dagegen verloren die Aktien des Chip-Herstellers Infineon wegen stark rückläufiger Umsätze bei den Chip-Ausrüstern 0,1 Prozent auf 8,8 Euro. Nach Angaben des Verbandes Semiconductor Equipment and Materials International brachen die weltweiten Umsätze der Chip-Ausrüster im April zum Vormonat um rund 37 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar ein.

In Frankfurt schloss zudem der Nebenwerte-Index MDax 0,8 Prozent im Plus bei 3561,2 Punkten. Der Technologie-Index TecDax legte 1,5 Prozent auf 431 Zähler zu. Dabei ragte der Kurssprung von Nordex heraus. Der Hersteller von Windenergieanlagen hat eigenen Angaben zufolge von Banken und Aufsichtsrat grünes Licht für die eingeleitete Restrukturierung erhalten. Daraufhin stieg die Aktie um 19,8 Prozent auf 1,15 Euro.

Umwandlung der Vorzüge in Stämme bei Pro 7 rückt näher

Im Nebenwerte-Index MDax legten die Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1 um mehr als vier Prozent auf 5,79 Euro. Die lang ersehnte Umwandlung der stimmrechtslosen Vorzugsaktien in stimmberechtigte Stammaktien ist nach den Worten des Chefs der TV-Senderkette, Urs Rohner, näher gerückt. Spekulationen über eine Umwandlung hatten den ProSieben-Titeln bereits in der Vorwoche kräftige Kursgewinne beschert.

Steuerdebatte positiv für Aktien

Die positive Grundstimmung an der Börse werde auch von der anhaltenden Debatte um ein Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform um ein Jahr auf 2004 begünstigt, sagten einige Marktteilnehmer. Durch die Steuerentlastungen könnten schließlich der Konsum und damit auch die Konjunktur angekurbelt werden, die in Deutschland derzeit stagniert.

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