Positive Wachstumserwartungen für IT-Wirtschaft
Unternehmen setzen auf E-Business

In diesem Jahr wird die Internet- und Telekommunikationswirtschaft wieder anziehen. Davon geht beinahe jeder zweite deutsche Top-Manager aus, ergab der Handelsblatt Business-Monitor, eine vom Psephos-Institut durchgeführte repräsentative Befragung deutscher Entscheider kurz vor Beginn der Computermesse CeBIT.

HB/hsn/jös/nie DÜSSELDORF. Insgesamt 45 % der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft erwarten für 2002 ein Wachstum im IT-Sektor. 42 % der Top-Manager gehen allerdings davon aus, dass sich dieses Wachstum erst im zweiten Halbjahr einstellt. Ein Bruchteil von 3 % rechnet für die ersten sechs Monate dieses Jahres mit einem Aufschwung. Ein Drittel (33 %) der Top-Manager glaubt hingegen, die IT-Wirtschaft werde erst im Jahr 2003 wieder Fuß fassen und ein Wachstum aufweisen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Psephos-Instituts für Wahlforschung und Sozialwissenschaft im Auftrag des Handelsblattes. Das Institut befragt Führungskräfte der Wirtschaft mit Ausnahme der Sommerpause monatlich. Im Rahmen des Business-Monitors im März wurden vom Hamburger Psephos-Telefonstudio 838 Führungskräfte in der Zeit vom 14. bis 28. Februar 2002 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

Der Branchenverband Bitkom geht davon aus, dass sich der deutsche Markt für Informationstechnik und Telekommunikation in diesem Jahr allmählich wieder aus der aktuellen Talsohle herausbewegt. Das Ergebnis einer jüngsten Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen will der Verband auf der CeBIT vorstellen.

Diesen Trend spiegeln auch Stimmen aus den Unternehmen wieder. "Wir werden im ersten Halbjahr 2002 zwar keine großen Sprünge machen, aber Licht ist in Sicht. Und wenn sich im zweiten Halbjahr die gesamte Konjunktur wieder belebt, wird auch die Compaq als IT-Anbieter davon marktkonform profitieren. Man kann also durchaus von verhalten positiven Aussichten für dieses Jahr reden", so Herbert Wenk, Pressesprecher von Compaq Deutschland.

Eindeutig positive Signale kommen vom KarstadtQuelle-Konzern, der seine Investitionen im IT-Bereich dieses Jahr garantiert nicht zurückfahren wird, wie Pressesprecherin Mechthild Hexamer versichert. "Im Gegenteil, wir rechnen sogar mit einer Weiterentwicklung unseres IT-Bereiches", so Hexamer. Grund für den IT-Ausbau: Die Grundsatzentscheidung für ein neues Warenwirtschaftssystem ist gefallen. Noch dieses Jahr soll ein Software-Unternehmen gefunden werden, das gemeinsam mit KarstadtQuelle die Warenwirtschafts-Lösung entwickelt.

Investitionen in E-Business

Nach dem Handelblatt-Business Monitor für März sehen 22 % der befragten Top-Manager derzeit keine Aufwärtsentwicklung für den IT-Sektor. Am zurückhaltendsten sind die Wachstumserwartungen im Branchensegment Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung (40 % Wachstum in 2002) sowie im Verarbeitenden Gewerbe (38 %), während die Manager in Dienstleistungsunternehmen besonders optimistisch sind (52 %).

Trotz der momentan schlechten Konjunkturlage wollen deutsche Unternehmen weiter in das E-Business investieren. Die Mehrheit der Befragten (63 %) will die Investitionen in das Geschäft mit dem Internet stabil halten und immerhin 23 % planen, die Ausgaben in diesem Jahr zu erhöhen. Dies gilt sowohl für kleine und mittlere Unternehmen als auch für Großunternehmen. Besonders stark wollen sich hier Dienstleistungsunternehmen und Firmen aus den Bereichen Chemie, Kunststoff und Mineralöl engagieren.

Wer glaubt, nur jüngere Manager seien dem Internet zugetan, der irrt: Die Investitionen in das E-Business werden von allen Alterstufen gleich bedeutend eingeschätzt. Auch regional gibt es kaum Unterschiede - nur Führungskräfte aus dem Osten scheinen etwas zurückhaltender bei der Planung von Ausgaben für das Internet.

Entsprechend hoch wird von den Befragten auch der Stellenwert der Investitionen in Informations-und Telekommunikationstechnik angegeben: Für 42 % der Befragten sind IT-Investitionen ebenso wichtig wie andere Investitionen und für 36 % der Top-Manager sind die Anschaffung von Computer, Software und Telekommunikationstechnik sogar sehr wichtig.

Projekte müssen weiter entwickelt werden

Im Grunde ist dies nicht verwunderlich, denn je stärker die Abläufe im Unternehmen von Computern unterstützt werden, desto größer ist natürlich die Abhängigkeit von der Technik. Außerdem müssen etliche IT-Projekte, die in den letzten Jahren angeschoben worden sind, weiterentwickelt werden, wenn sie zum Erfolg führen sollen. Viele Unternehmen sind mitten in der Einführung von Techniken, mit denen vorhandenes Wissen in den Firmen besser verfügbar gemacht oder die Kundenbindung verstärkt werden soll. Da wäre es fatal, wenn die notwendigen Investitionen zurück gefahren würden. Außerdem entstehen durch die Vernetzung des Unternehmens und die Verknüpfung mit dem Internet kürzere Wege zum Kunden. Firmen, die diese Strukturen jetzt aufbauen, schaffen sich die besten Voraussetzungen, für einen schnellen Start bei einem Anziehen der Wirtschaft.

Während mittlere und große Firmen für die Thematik besonders sensibel sind, zeigen sich kleinere Unternehmen hier etwas zurückhaltender. So halten nur 32 % der Führungskräfte in kleineren Unternehmen IT-Investitionen für sehr wichtig, während in mittleren Unternehmen 42 % der Manager dieser Meinung sind und in Großunternehmen sogar 46 % der Befragten.

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