Positive Zahlen für das dritte Quartal – gute Geschäfte mit Old Economy-Konzernen
B2B-Marktplätze von Schwäche der Internet-Branche unberührt

pos PALO ALTO. Die großen Betreiber der so genannten B2B-Marktplätze für den Handel zwischen Unternehmen scheinen sich der Schwäche der übrigen New-Economy-Werte entziehen zu können. Sie legten positive Quartalszahlen vor und stellten so Anleger und Analysten zufrieden. Als letzter veröffentlichte Commerce One Inc. - ein Partner des deutschen Software-Herstellers SAP - jetzt ein positives Ergebnis. Zuvor hatten Ariba Inc. und I2 Technologies Inc. bessere Zahlen als erwartet abgeliefert.

Das Geheimnis des Erfolges: Die Softwareanbieter suchen sich ihre Kunden unter den Großunternehmen der Old Economy. Die Milliardenkonzerne aus Dax oder Fortune 500 haben nicht nur Bedarf an Internet-Lösungen, sondern auch das nötige Geld, um sie zu finanzieren. Die Zukunft der Unternehmen hängt nach Analystenmeinungen stark davon ab, ob es den Firmen gelingen wird, einmalige Umsätze aus Lizenzen und Softwareverkäufen in kontinuierliche Umsätze umzuwandeln. Kurzfristig sei jedoch allein durch den Nachholbedarf der Old Economy das Wachstum gesichert.

Commerce One aus dem kalifornischen Pleasanton konnte den Umsatz im dritten Quartal auf 112,7 Mill. $ steigern - von 10,4 Mill. $ im Vorjahreszeitraum. Der operative Verlust fiel zudem geringer aus als erwartet: Hatten Analysten mit 12 Cents je Aktie gerechnet, wurden es tatsächlich nur 9 Cents; in den entsprechenden drei Monaten des Vorjahres waren es 7 Cents gewesen. Commerce One-Chef Mark Hoffman sagte, sein Unternehmen wolle im zweiten Quartal 2001 schwarze Zahlen schreiben. Der Nettoverlust - einschließlich der Kosten für Übernahmen - sprang allerdings auf 60,6 Mill. $ oder 37 Cents je Aktie, nach 10,4 Mill. $ oder 7 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Commerce One hatte die AppNet Inc. übernommen und die Zahl der Marktplätze auf 107 erhöht, von denen 47 bereits online sind. Die Kundenzahl stieg im dritten Quartal 2000 um 96 auf 316.

I2 aus Dallas im US-Bundesstaat Texas legte im Vergleich der dritten Quartale im Umsatz um 118 % auf 319,5 Mill. $ zu; davon kamen 201,6 Mill. $ aus der Lizensierung von Software. Der Ertrag ohne Sondereinflüsse wird mit 28,8 Mill. $ (12 Cents/Aktie) ausgewiesen, nach 10 Mill. $ (6 Cents/Aktie) im Vorjahr. Unter Berücksichtigung aller Einflüsse und Abschreibungen wies das Unternehmen jedoch einen Verlust von 755 Mill. $ aus - nach einem Gewinn von 5 Mill. $ im Vorjahreszeitraum. Bedeutendster Neukunde war Siemens, laut I2 der größte Lizenzvertrag in der Unternehmensgeschichte.

Ariba zeigte für sein viertes Geschäftsquartal 1999/2000 statt des von Analysten erwarteten Verlustes von fünf Cents/Aktie (einschl. Wandelrechten) ein operativ ausgeglichenes Ergebnis, ein Jahr früher als vorhergesagt. Der Umsatz sprang auf 134,8 (nach 17,14 im Vorjahr) Mill. $; das Unternehmen gewann 114 Neukunden. Unter Berücksichtigung aller Faktoren explodierte allerdings auch hier der Verlust auf 339 Mill. $ (-1,50 $/Aktie) nach 9,88 Mill. $ im Vorjahr.

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