Positive Zahlen
Jenoptik AG verdient so gut wie noch nie

Ostdeutschlands umsatzstärkster Technologiekonzern Jenoptik verdient nach dem Verkauf unrentabler Töchter so gut wie nie. Vorstandschef Lothar Späth korrigierte am Mittwoch die Gewinnprognose für den Konzern mit 6 000 Mitarbeitern nach oben. Er erwartet eine Steigerung von 150 %.

dpa JENA. Der Konzernüberschuss werde in diesem Jahr nicht 50 Prozent, sondern 150 Prozent höher ausfallen als 1999, kündigte Späth bei der Vorlage der Halbjahreszahlen in Jena an.

Erwartet wird ein Überschuss von etwa 160 Millionen DM in 2000. Darin enthalten sei ein Sonderertrag durch der Verkauf eigener Aktien in Höhe von etwa 62 Millionen DM (32 Mio Euro). Im operativen Geschäft betrage der Gewinnzuwachs 50 Prozent. Der Kurs der Aktie legte bis zum Mittag um 0,70 Euro auf 33,90 Euro zu.

Trotz leichten Rückgangs im ersten Halbjahr rechnet Späth beim Konzernumsatz mit einem Plus von 15 Prozent auf rund drei Milliarden DM. «Die Dynamik der Märkte, in denen wir agieren, ist ungebrochen», sagte er. «Eigentlich ist das Jahr für uns gelaufen», meinte Späth mit Blick auf den Auftragseingang. Der Auftragsbestand stieg real um 47 Prozent auf rund 4,2 Milliarden DM (über 2,1 Mrd Euro). Jenoptik profitiert damit weiter vom Boom der Chipindustrie, für die Fabriken gebaut werden. Der Jenoptik-Marktanteil bei Halbleiterfabriken liege weltweit bei 38 Prozent. Späth rechnet mit einer anhaltenden Chipkonjunktur. «Der Zyklus wird länger seien als bisher.»

Intraday-Chart der Jenoptik AG

Jenoptik hat sich nach dem Konzernumbau im vergangenen Jahr, dem unter anderem der Geschäftsbereich Telekommunikationstechnik mit der Berliner Krone AG zum Opfer fiel, auf die Industrie-Sparten Reinraumtechnik/Anlagenbau und Optoelektronik konzentriert. Späth kündigte im zweiten Halbjahr die Übernahme von Engineering- Unternehmen in Deutschland und den USA an, um eigene Kapazitäten zu erweitern. Allein in Jena, wo im September die Optik-Kapazität verdoppelt wird, könnten 100 Mitarbeiter bei entsprechender Qualifikation eingestellt werden.

Das Börsengeschäft, in das Jenoptik 1999 mit seiner Risikokapitaltochter DEWB AG eingestiegen ist, wird 2000 zum operativen Jahresüberschuss erneut etwa die Hälfte beitragen. Sechs Firmen, davon drei aus Jena, wurden bisher an den Neuen Mark gebracht. «Nach dem großen Schub sind wir 2001 mit börsenfähigen Beteiligungen etwas knapp», sagte Späth. Ein paar Börsengänge werde es aber geben. Die DEWB hält zurzeit über 25 Beteiligungen.

Im ersten Halbjahr hatte der Jenoptik-Jahresüberschuss mit 92 Millionen DM (47 Mio Euro) eine neue Rekordmarke erreicht (Vorjahr: minus 22 Mio Euro). Er lag damit über dem gesamten Vorjahresergebnis von rund 65 Millionen DM. Der Umsatz betrug in der ersten Jahreshälfte rund 907 Millionen DM (464 Mio Euro). Das war weniger als die im Vergleichszeitraum 1999 erzielten Erlöse von knapp 656 Millionen Euro. Grund sei, dass eine ganze Reihe von Großprojekten erst in der zweiten Hälfte 2000 abgerechnet würden.

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