Positiven Kräfte am Arbeitsmarkt haben sich verringert
Präsident des Ifo-Instituts zweifelt an Arbeitslosen-Prognose

Der Präsident des Münchner ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, hält ein Absinken der Arbeitslosenzahl bis Ende nächsten Jahres auf 3,5 Millionen für unwahrscheinlich. "Die positiven Kräfte am Arbeitsmarkt haben sich jetzt stark verringert", sagte Sinn am Dienstag im ZDF.

dpa BERLIN. Es habe sich in letzter Zeit zwar ein gewisser Abbau der Arbeitslosigkeit vollzogen, und es werde auch "schon noch so weitergehen", meinte Sinn. Im letzten Jahr seien es noch 3,89 Millionen Arbeitslosen gewesen. Die Bundesregierung hatte sich einen Abbau der Arbeitslosenzahl auf 3,5 Millionen bis Ende 2002 zum Ziel gesetzt.

Als Ursache für die generelle Abschwächung der Weltkonjunktur machte Sinn den "dramatischen Einbruch der US-Konjunktur" aus. Es sei Aufgabe der Europäischen Zentralbank, die Konjunktur durch entsprechende Zinspolitik abzufedern. Sinn rät, die Zinsen um einen weiteren Viertelprozentpunkt auf 4,25 Prozent zu senken. Die deutsche Regierung könne da wenig machen. Allerdings seien die Lohnnebenkosten in Deutschland immer noch zu hoch. "Was ein Arbeitnehmer mit einer weiteren Arbeitsstunde an Werten schafft, nimmt der Staat zu zwei Dritteln in Anspruch", sagte Sinn im ZDF-Morgenmagazin.

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