Positiver Ausblick
Alcon-Börsengang verhilft Nestle zu Gewinnsprung

Der schweizer Nahrungsmittelkonzern hat im ersten Halbjahr gut verdient. Auch für das ganze Jahr zeigt sich Nestle zuversichtlich und erwartet "weitere Fortschritte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn".

Reuters VEVEY. Der Teil-Börsengang des Tochterunternehmens Alcon hat dem Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle im ersten Halbjahr 2002 zu einem kräftigen Gewinnsprung verholfen. Bei einem um 7,2 Prozent erhöhten Umsatz von 44,2 Milliarden Franken erhöhte sich der Reingewinn um 79 Prozent auf 5,656 Milliarden von 3,152 Milliarden Franken in der vorjährigen Vergleichsperiode, wie Nestle heute mitteilte. Die Betriebsgewinn-Marge wurde verbessert.

Der Alcon-Faktor schlug sich im ausserbetrieblichen Ertrag nieder, der sich ersten Halbjahr auf insgesamt 2,6 Milliarden Franken belief. Der teilweise Börsengang von Alcon hatte Nestle einen ausserordentlichen Gewinn von 3,9 Milliarden Franken eingebracht. Eine halbe Milliarde Franken brachte der Verkauf von FIS. Mit insgesamt 1,9 Milliarden Franken negativ zu Buche schlugen Goodwill-Abschreibungen und Restrukturierungskosten unter anderem wegen der Übernahme von Ralston Purina. Die Nettofinanzierungskosten erhöhten sich leicht auf CHF 427 Millionen Franken.

Nestle mit dem Geschäft zufrieden

Mit dem operativen Geschäft zeigte sich Nestle zufrieden. Bei einem um 13,5 Prozent auf rund 5,2 Milliarden Franken erhöhten Betriebsgewinn (Ebitda) stieg die Marge um 60 Basispunkte auf 11,7 Prozent. Der operative Cash Flow erhöhte sich um 14,5 Prozent auf rund 2,76 Milliarden Franken. Die Nettoverschuldung ermässigte sich auf 16,2 Milliarden Franken von 19,4 Milliarden Ende 2001.

Für das ganze Jahr zeigte sich Nestle zuversichtlich. Mögliche Währungseffekte ausgeschlossen, erwarte Nestle für das Jahr 2002 "weitere Fortschritte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn", hiess es im Zwischenbericht weiter.

Das interne Realwachstum, eine wichtige Ziffer des Konzerns, sank auf 3,5 Prozent von 4,6 Prozent in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Gegenüber dem ersten Quartal ergab sich aber eine Verbesserung. Nestle selbst hat sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr ein internes Realwachstum von vier Prozent zu erreichen. Diese Grösse beziffert das organische Wachstum bereinigt um Preis- und Wechselkursveränderungen.

Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem operativen Gewinn auf Stufe EBITA von 5,28 Milliarden Franken und auf Stufe Ebit von 4,54 Milliarden Franken gerechnet. Das interne Realwachstum wurde auf 3,5 Prozent und der Umsatz auf 44,5 Milliarden Franken geschätzt.

Keine Auskunft über weitere Übernahmepläne

Über mögliche weitere Übernahmepläne gab Nestle im Halbjahresbericht keine Auskunft. Der Schweizer Konzern hatte zuletzt mit dem Kauf des Tiefkühlkostherstellers Chef America für Aufsehen gesorgt. Davor übernahm Nestle den amerikanischen Eiscremeherstellers Dreyers . Der Konzern wird immer wieder als Kandidat für die Übernahme von Hershey oder Adams von Pfizer genannt.

Nestle selbst bestätigte zuletzt sein Interesse am Geschäft mit Getreidekost von Novartis. Dieser Bereich ist ein Teil der zum Verkauf stehenden Novartis-Sparte "Health and Functional Food". Nestle besitzt zwar ausreichend bare Mittel für weitere Übernahmen. Analysten bezweifeln jedoch, dass der Konzern bereit sei, sein ausgezeichnetes Kreditrating durch weitere Firmenkäufe zu gefährden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%