Positiver Trend
Verluste bei T-Online fielen geringer aus

Die Streichung des Pauschaltarifs für den Internet-Zugang über die normale Telefonleitung zahlt sich für Europas größten Internetanbieter T-Online allmählich aus.

rtr DARMSTADT. Der größte europäische Internet-Anbieter T-Online hat aufgrund geringerer Kosten im zweiten Quartal des Jahres 2001 seinen Verlust gegenüber dem ersten Quartal reduziert. Die Abschaffung der verlustbringenden Pauschaltarifen bei Schmalband-Internetanschlüssen wirke sich unter anderem positiv aus, teilte das Darmstädter Unternehmen am Mittwoch mit. Der Verlust sei im zweiten Quartal ohne Berücksichtigung von Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) auf 56,9 Mill. ? von 66,4 Mill. ? im ersten Quartal gefallen. Auch in den kommenden Quartalen sei mit einer weiteren Verbesserung des Ebitda zu rechnen.

Analysten äußerten sich zufrieden mit den vorläufigen Ergebnissen. An der Börse tendierten die T-Online-Aktien freundlich. Detaillierte Geschäftszahlen will die Gesellschaft am 29. August vorlegen.

Den Verlustrückgang begründete der mehrheitlich von der Deutschen Telekom beherrschte Online-Anbieter mit ersten positiven Effekte der angekündigten Kostenkontrolle und einer sinkenden Kundenzahl mit verlustbringenden Pauschaltarifen bei Schmalband-Anschlüssen. Diesen Pauschaltarif hat die Telekom mittlerweile eingestellt, wird aber wegen Vertragsbindungen noch bis Jahresende unter den Verlusten leiden, da die dauerhafte Internet-Nutzung einiger Schmalband-Kunden nicht kostendeckend ist. Alternativ führte T-Online Paketpreise ein und wirbt verstärkt für schnelle Zugänge ins Internet über DSL und Pauschaltarife für diese Anschlüsse. Im Quartal schlossen knapp 150 000 Kunden einen DSL-Pauschaltarif ab, was die Zahl der DSL-Verträge auf 335 000 steigen ließ.

Den Konzernumsatz gab T-Online für das Halbjahr mit 539 Mill. ? an, was einem Plus von rund 53 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Im ersten Quartal hatte der Umsatz von T-Online 280,19 Mill. ? betragen, so dass der der Umsatz im zweiten Quartal auf rund 259 Mill. ? sank. T-Online nannte als Begründung für den Umsatzrückgang im Quartalsvergleich ebenfalls die sinkende Kundenzahl bei schmalbandigen Pauschaltarifen und die saisonal gesunkene Internet-Nutzungsdauer. In den Monaten April bis Juni sinkt traditionell die Internet-Nutzung, da sich die Freizeitaktivitäten der Nutzer stärker außer Haus verlagern.

Die Umsätze mit Internet-Zugängen beliefen sich im Halbjahr auf 459,2 Mill. ?, nach 241,8 Mill. ? im ersten Quartal. Damit gaben die Umsätze im Zugangsgeschäft im Quartalsvergleich leicht nach. Hingegen stiegen die Umsätze mit Werbung und elektronischem Handel im zweiten Quartal an und lagen bei 36,6 Mill. ? nach 31,3 Mill. ? im ersten Vierteljahr.

Bei Analysten wurden die vorläufigen Zahlen positiv aufgenommen und das Wachstum der Kundenzahl als beachtlich eingeschätzt. "T-Online bewegt sich mit den Kostensenkungen in die richtige Richtung", sagte Simon Hawkins, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Während der Verlustrückgang am oberen Ende der Erwartungen lag, blieb der Umsatz etwas unter den Erwartungen.

Analysten hatten für das zweite Quartal durchschnittlich mit einem Umsatz von 266,5 Mill. ? und mit einem Vorsteuerverlust auf Ebitda-Basis in Höhe 65,2 Mill. ? gerechnet. Hans-Peter Kuhlmann, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, wertete den Anstieg bei den Werbeumsätze angesichts der saisonal schwächeren Internet-Nutzung als grundsätzlich positiv.

Das Kundenwachstum von T-Online blieb im zweiten Quartal deutlich gegenüber der vergleichsweise kräftigen Steigerung im ersten Vierteljahr zurück. Die Kundenzahl im T-Online-Konzern wurde mit 9,2 Mill. angegeben, ein Plus von rund 6,6 % nach 9,2 % im ersten Vierteljahr. In Deutschland wurden mit 7,553 Mill. Kunden 8,6 % mehr Kunden als im Vorquartal gezählt.

Während die Teilnehmerzahlen in Österreich und Spanien überdurchschnittlich wuchsen, erhöhte sich die Kundenzahl in Frankreich nur marginal. Als Grund für das gebremste Wachstum wurde die von der dortigen Tochter Club Internet zurückgefahrene Werbung genannt, was jedoch zur Verbesserung der Ergebnissituation beigetragen habe.

Nach Gewinnmitnahmen im frühen Handel tendierten die Aktien des im Auswahlindex des Neuen Marktes, Nemax-50, notierten Unternehmens im weiteren Handelsverlauf freundlich mit 1,34 ein Prozent auf 9,10 ?. Der Nemax-50 tendierte gut behauptet. Die Aktien hatten vor wenigen Tagen bei 7,15 ? ein neues Allzeittief markiert.

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