Positiver Wochenschluss
Dax zeigt sich gnädig

Die deutschen Börsen haben sich am Freitag nach freundlicher Entwicklung der US-Märkte von ihren Kurseinbrüchen der vergangenen Tage erholt. Von einer breit angelegten Kehrtwende am Markt könne aber nicht die Rede sein, sagten Händler. "Im Wesentlichen handelt es sich um eine technische Erholung."

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss getrieben von Zuwächsen bei Technologiewerten 2,91 Prozent fester auf 5544 Punkten. Am Neuen Markt stiegen die Kurse durchschnittlich um 4,4 Prozent.

Händler sehen nur ein Zwischenhoch

"Es handelt sich um eine kurzfristige Korrektur, wir befinden uns in einer überverkauften Situation", sagte ein Händler. Es gebe nach wie vor viel Zurückhaltung am Markt, da die Nasdaq schon oft Ansätze einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung gezeigt habe und dann doch wieder eingebrochen sei, sagte er mit Blick auf die positive Vorgabe der US-Computerbörse. Sollte der Dax allerdings seine positive Stimmung vom Freitag beibehalten, wäre ein Anstieg bis auf 5800 oder 5900 Punkte in den kommenden Wochen möglich. "Wir haben ein Niveau erreicht, auf dem wir einen Boden bilden können. Alles hängt aber, wie so oft, von der weiteren Entwicklung in den USA ab."

Die US-Börsen knüpften am Freitag an ihre am Vortag im späten Handelsverlauf begonnene Aufwärtsbewegung an und notierten mit Kursgewinnen. Der technologielastige Nasdaq-Index lag bei Frankfurter Börschenschluss 0,9 Prozent im Plus bei 1915 Zählern, der Industriewerte-Index Dow Jones legte ebenfalls um 0,9 Prozent auf 9475 Zähler zu. Auch in den USA sprachen Händler nur von einer "Bärenmarktrally". "Wir sind stark überverkauft, und jetzt ist einfach die Zeit für eine technische Reaktion reif", sagte ein Händler.

Ähnlich wie die deutschen Märkte erholten sich auch die Börsen in anderen europäischen Ländern. Der Dow-Jones-EuroStoxx50-Index der wichtigsten europäischen Werte legte um 2,9 Prozent zu.

Infineon macht das Rennen

Im Dax standen Kursgewinne der Technologietitel im Vordergrund. Favorit des Tages waren die Titel von Infineon mit einem Plus von knapp zehn Prozent. Epcos verbuchten einen Aufschlag von 5,5 Prozent. Die Aktien von Siemens legten um 4,4 Prozent zu. Händler führten die Kursbewegungen auf die Gewinne des Halbleiterindexes der Börse in Philadelphia zurück, der am Donnerstag den Handel um zwölf Prozent höher beendet hatte. Investoren seien nach den jüngsten positiven Nachrichten des US-Chipherstellers Micron Technology der Ansicht, der Sektor für DRAM-Speicherchips habe seine Talsohle erreicht, hieß es in den USA.

Infineon produziert unter anderen DRAM-Chips. Micron hatte am Mittwoch einen über den Erwartungen von Analysten liegenden Umsatz mitgeteilt. Allianz verbuchten einen Kurszuwachs von 5,6 Prozent auf 323 Euro, was Händler auch bei diesem Papier auf eine technische Reaktion nach den jüngsten Verlusten zurückführten.

VW erneut unter Druck

Auf der Verliererseite standen die Titel von VW , die ihre Kursverluste vom Vortag fortsetzten und auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten fielen. Händler begründeten dies unter anderem mit einer Herunterstufung durch die Investmentbank Lehman Brothers. Die Aktien schlossen mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 50 Euro.

Die Aktien der Deutschen Post stiegen zunächst im Handelsverlauf um mehr als fünf Prozent, nachdem das Unternehmen mit der Vorlage von Bilanzzahlen die Erwartungen von Analysten leicht übertroffen hatte. Bis Börsenschluss hatte das Papier allerdings seine Gewinne wieder abgegeben und ging mit einem Verlust von 0,2 Prozent bei 19,09 Euro aus der Sitzung, nachdem es zwischenzeitlich auf ein neues Allzeittief bei 18,75 Euro gefallen war. Investoren hätten Bedenken, dass die Expansion des Unternehmens in anderen Bereichen als der traditionellen Briefzustellung nicht schnell genug vollzogen worden sei, hieß es.

Am Neuen Markt schloss der alle Werte umfassende Nemax-All- Share-Index 4,4 Prozent fester. Der zuletzt auf ständig neue Rekordtiefststände eingebrochene Blue-Chip-Index Nemax50 stieg um 5,2 Prozent. Einzelne Aktien wie etwa die von Morphosys oder Lion Bioscience stiegen um über 18 beziehungsweise über 15 Prozent. Das Nebenwertesegment MDax ging mit einem Gewinn von 2,7 Prozent aus dem Handel.

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