Positivliste für Futter
Funke räumt eigene Versäumnisse ein

dpa BAUNATAL. Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) hat eigene Versäumnisse in der BSE-Krise eingeräumt. "Ich mache mir zum Vorwurf, ich hätte auf europäischer Ebene die Verfütterung von Tiermehl früher ansprechen sollen", sagte Funke am Dienstag zur der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen in Baunatal (Kreis Kassel). Auch die Zuständigkeiten und Verwaltungsabläufe in Deutschland hätten früher geklärt werden können.

Zur Bekämpfung der BSE-Krise forderte Funke eine Positivliste für die Bestandteile von Tierfutter sowie eine "gläserne Kette" von der Futterherstellung bis zum Lebensmittelhandel. Bauern sollten sich zur Einhaltung von Qualitätsstandards verpflichten. Zur Kontrolle der Umsetzung europäischen Vorschriften in den Mitgliedsstaaten forderte Funke die Einrichtung einer europäischen Lebensmittelbehörde.

Ob das umstrittene Schlachten ganzer Rinderherden bei einem einzelnen BSE-Verdacht wirklich erforderlich ist, sollten Experten bis zur nächsten Woche klären, kündigte Funke an. Wissenschaftler müssten sagen, ob die Rinderseuche sich innerhalb einer Herde übertragen könnte. Funkes Auftritt in Baunatal wurde begleitet von Protesten von Landwirten, die mit Spruchbändern und zwei Kälbern gegen das Schlachten ganzer Rinderherden demonstrierten.

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