Post AG will Preise nicht erhöhen
Euro-Briefmarken gelten nicht im ganzen Euro-Land

Mit der Euro-Bargeldeinführung im kommenden Jahr werden auf den Briefmarken der Post die Beträge krumm. Die Preise blieben 2002 für alle Postsendungen stabil, die Markenwerte würden genau in Euro umgerechnet, erklärte ein Sprecher der Deutsche Post AG in Bonn. So koste der Standard-Brief 0,56 Euro statt bislang 1,10 Mark und die Postkarte 0,51 Euro statt 1,00 Mark.

17.5.2001. Reuters BERLIN. Bereits seit Januar erscheinen auf den vom Finanzministerium herausgegebenen Briefmarken die Beträge in Mark und in Euro. Von Januar 2002 an lauten alle neuen Ausgaben nur noch auf Euro oder Cent. Doch anders als das Euro-Bargeld gelten die Marken nicht in anderen Ländern der Euro-Zone, sondern nur bei der Deutschen Post.

Ältere, ausschließlich mit Mark und Pfennig ausgezeichnete Briefmarken dürfen nur noch bis zum 30. Juni 2002 geklebt werden. Danach können sie nur noch in neue Euro-Marken umgetauscht werden. Bargeld aber zahlt die Post für ihre alten Marken nicht aus. Die Marken dieses Jahres mit beiden Währungen sollen nach Angaben von Post und Finanzministerium unbegrenzt gültig bleiben. Im ersten Halbjahr nächsten Jahres ist es möglich, auf einen Brief Marken mit Wertangaben in Mark, Mark/Euro und nur in Euro zu kleben.

Während bei Reisen in andere Euro-Länder künftig der Bargeldumtausch wegfällt, gelten in Berlin gekaufte Briefmarken aber auch weiterhin nicht in Paris oder Rom. Deutsche Postwertzeichen gelten auch im Euro-Zeitalter nur bei der Deutschen Post AG und nicht in anderen Staaten der Euro-Zone. Die Post AG hat zugesagt, die Euro-Umstellung nicht für Preiserhöhungen zu nutzen. Ein Sprecher sagte, es sei genau umgerechnet worden. Für Großversender ergäben sich eher kleine Preisnachlässe. So entspricht das Briefporto von 1,10 Mark 0,5624 Euro. Um mit den krummen Euro-Zahlen, wie etwa 0,56 Euro für den Standardbrief, besser zurecht zu kommen, sollen Briefmarken-Automaten so umgerüstet werden, dass sie die Geldkarte akzeptieren. Das soll den Postkunden unhandliches Hantieren mit kleinen Cent-Münzen ersparen.

Münzsammler müssen nicht fürchten, dass ihre alten Mark-Sondermünzen von einem Tag auf den anderen wertlos werden. Der Nominalwert der DM-Gedenkmünzen, umgerechnet in Euro, ist den Sammlern in jedem Fall sicher", teilte das Bundesfinanzministerium mit. Auch wenn fast alle Gedenkmünzen in den Schatullen von Sammlern verschwunden sind, sind sie gesetzliches Zahlungsmittel und müssen bis Ende dieses Jahres von jedem Einzelhändler angenommen werden. Das DM-Beendigungsgesetz sorgt dafür, dass alle heute gültigen Banknoten und Münzen von der Deutschen Bundesbank auch nach Einführung des Euro-Bargeldes ohne zeitliche Begrenzung umgetauscht werden.

Dies gilt im Prinzip auch für die im Sommer dieses Jahres heraus kommende Goldmünze im Nominalwert von einer Mark, die auf Grund ihres Goldgehalts (plus Prägeaufschlag) etwa 230 bis 250 Mark kosten dürfte. Ein Umtausch verbietet sich hier aber von selbst: 0,51 Euro wären für das Sammlerstück, das die Stabilität der Mark symbolisieren soll, ein schlechter Preis. Bereits am 10. Januar gibt es aus Anlass der Euro-Bargeldeinführung die erste Zehn-Euro-Silbergedenkmünze, deren Gewicht aus 925/1000 Sterlingsilber auf 18 von 15,5 Gramm bei der 10-Mark-Münze steigt. Nur für Deutschland ist 2002 noch die Ausgabe vier weiterer 10-Euro-Sondermünzen geplant.

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