Post-Aktie schwächer gesehen: Händler erwarten Aktien im Plus

Post-Aktie schwächer gesehen
Händler erwarten Aktien im Plus

Die deutschen Aktienwerte dürften nach Einschätzung von Händlern zum Wochenschluss knapp behauptet eröffnen, nachdem die Märkte in den USA am Vorabend deutlich angezogen hatten.

Reuters FRANKFURT. Trotz einer erneut freundlich erwarteten Tendenz und der Vortagesgewinne mache sich jedoch keine Euphorie am Markt breit, sagte eine Frankfurter Händlerin. Wichtig sei, dass der Deutsche Aktienindex (Dax) bisher nicht durch die psychologisch wichtige Unterstützung bei 5000 Punkten gefallen sei und diese auch weiterhin halte, fügte sie hinzu. Anlegerinteresse könnten die Aktien der Deutschen Post nach einem Zeitungsbericht auf sich ziehen, wonach das Unternehmen unrechtmäßig Mehrwertsteuer von Kunden kassiert haben soll.

Die Citibank berechnete den Dax vorbörslich mit 5120 Punkten, nach einem Schluss von 5107 Zählern am Donnerstag. Die Indikationen der Deutschen Bank lagen bei 5115 Zählern, das Handelshaus Lang & Schwarz sieht den Index bei 5113 Punkten. Die Indikationen der Citibank für den Nemax 50 lagen vor Handelsbeginn bei 1154 Punkten, nachdem der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes bei 1151 Zählern aus dem Handel gegangen war. Lang & Schwarz berechnete den Nemax 50 mit 1160 Punkten.

Die Börsen in den USA hatten am Donnerstag ihre Gewinne nach Handelsschluss in Deutschland weiter ausgebaut, was Händler auf positive Unternehmensnachrichten sowie die Heraufstufungen einiger Technologiewerte zurückführten. Der Dow-Jones-Index schloss um 1,61 % fester bei 9920 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Index stieg 1,08 % auf 1934 Punkte.

Unter Druck geraten könnten nach Einschätzung von Händlern die Aktien der Deutschen Post. Die "Bild"-Zeitung berichtete am Freitag, der Konzern habe möglicherweise Mehrwertsteuer von Kunden kassiert, von der das Unternehmen eigentlich befreit war. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf den Bundesrechnungshof (BRH), die Post habe auf diesem Wege bis zu 45 Mill. DM (23 Mio Euro) pro Monat eingenommen. Die Post solle Geschäftskunden die Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt haben, obwohl es durch Finanzminister Hans Eichel (SPD) vor dem Börsengang durch eine Sonderregelung von der Mehrwertsteuer in bestimmten Bereichen befreit worden sei. Von dem Unternehmen war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Kurszuwächse dürften Börsianern zufolge indes die Technologiewerte nach dem freundlichen Verlauf der US-Technologiebörse verbuchen. Auswirkungen auf den Aktienpreis von Infineon könnte auch die Nachricht haben, dass die südkoreanische Hynix Semiconductor Gläubigern zufolge den Gesprächen mit der US-Firma Micron Technology Vorrang gegenüber Verhandlungen mit Infineon eingeräumt habe. "Es ist immer noch nicht klar, was da passieren wird", sagte ein Frankfurter Händler. "Und das erhält die Spekulation aufrecht. Zusammen mit den freundlichen Vorgaben aus den USA könnte das den Titeln helfen", fügte der Börsianer hinzu.

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