Post-Benachrichtigungszettel reicht nicht
Fristlose Kündigung nur innerhalb von zwei Wochen

Eine fristlose Kündigung muss innerhalb von zwei Wochen ergehen, nachdem der Arbeitgeber die möglichen Kündigungsgründe festgestellt hat.

dpa MAINZ. Darauf hat das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil hingewiesen. Erforderlich ist nach dem Richterspruch ferner, dass die schriftliche Kündigung auch tatsächlich im Briefkasten des Mitarbeiters landet. Kündigt der Arbeitgeber per Einschreiben und hinterlässt der Postbote lediglich eine Benachrichtigung, weil er den Adressaten nicht angetroffen hat, so ist die Kündigung nach Meinung des LAG nicht zugegangen.

Das Gericht gab mit seinem grundlegenden Urteil der Kündigungsschutzklage einer Speditionsmitarbeiterin statt. Die Klägerin hatte nach Angaben des Arbeitgebers mehrmals unentschuldigt gefehlt. Er sandte ihr daher per Einschreiben die fristlose Kündigung zu. Der Postbote traf die Klägerin jedoch nicht an und hinterließ einen Benachrichtigungsschein. Die Klägerin holte den Brief jedoch nicht bei der Post ab. Als der Arbeitgeber der Klägerin schließlich die Kündigung persönlich aushändigte, war die zweiwöchige Frist seit dem letzten Fehlverhalten abgelaufen.

Die Richter befanden daher, die fristlose Kündigung sei zu spät erfolgt. Dem Arbeitgeber bleibe daher nur noch die Möglichkeit der ordentlichen Kündigung.

Az.: 1 Sa 377/01

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