Post-Konkurrenz entmutigt: Regulierer will Briefporto senken

Post-Konkurrenz entmutigt
Regulierer will Briefporto senken

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post will das Preisniveau im Postmarkt senken. Das jedenfalls verspricht sie sich nach Informationen des Handelsblatts vom so genannten Price-Cap-Verfahren, mit dem sie das Briefporto auf den Prüfstand stellen will.

agr BONN. Die Entscheidung über Kriterien für dieses Verfahren zur Preisermittlung stehe kurz vor dem Abschluss, bestätigte Vizepräsident Gerhard Harms. Die Genehmigung der Entgelte läuft Ende 2002 aus. Daher wird noch in diesem Jahr über die Preise ab 2003 entschieden. Spekulationen über Preissenkungen wollte er aber nicht kommentieren.

Doch deutet einiges auf eine Preissenkung hin. Jüngst hatte bereits Bundeswirtschaftsminister Werner Müller eine Senkung des Portos in Aussicht gestellt. Im Gespräch war eine Senkung beim Standardbrief um 0,10 DM auf 1 DM. Allein damit würde der Umsatz der Post im Briefbereich von 11,7 Mrd. Euro mit rund 1 Mrd. Euro belastet. Die Post sieht keinen Spielraum für Preissenkungen. Sie muss sich ihre Preise aber ab 2003 nach dem Price-Cap- Verfahren genehmigen lassen.

Die Verlängerung der Exklusivlizenz der Post bis 2007 machte Harms für eine deutliche Zunahme von Geschäftspleiten verantwortlich. Im vorigen Jahr schieden 134 private Briefdienstleister aus dem Markt aus, insgesamt haben bisher 221 aufgegeben. Die neuen Anbietern seien entmutigt, meinte Harms. Die Firmen hätten darauf gesetzt, dass das Briefmonopol Ende 2002 wegfalle und damit ein erweiterter Zugang zum Briefmarkt möglich werde.

Der Umsatz im Postmarkt betrug 2001 rund 22 Mrd. Euro. Knapp zwei Drittel entfielen auf die Post. Der Umsatz im Lizenzbereich (Briefe bis 1000 Gramm) betrug 11 Mrd. Euro. Trotz teilweiser Öffnung für den Wettbewerb hält die Post hier weiter einen Marktanteil von 98 %.

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