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Post-Tochter DHL bleibt beim Amerikageschäft länger in Verlustzone

Die Express-Tochter der Deutschen Post , DHL, wird beim Amerikageschäft länger als angekündigt in der Verlustzone bleiben. "DHL Amerika wird die Gewinnlinie im Jahr 2006 durchstoßen", kündigte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) an. "Im kommenden Jahr erwarten wir einen Verlust von bis zu 300 Mill. Euro." Noch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Post-Chef Klaus Zumwinkel gesagt, DHL Amerika werde bereits 2005 die Gewinnschwelle erreichen. An den Prognosen für den Gesamtkonzern in 2004 hält die Post aber weiter fest.

dpa-afx BONN. Die Express-Tochter der Deutschen Post , DHL, wird beim Amerikageschäft länger als angekündigt in der Verlustzone bleiben. "DHL Amerika wird die Gewinnlinie im Jahr 2006 durchstoßen", kündigte Post-Finanzvorstand Edgar Ernst in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) an. "Im kommenden Jahr erwarten wir einen Verlust von bis zu 300 Mill. Euro." Noch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte Post-Chef Klaus Zumwinkel gesagt, DHL Amerika werde bereits 2005 die Gewinnschwelle erreichen. An den Prognosen für den Gesamtkonzern in 2004 hält die Post aber weiter fest.

Auch 2004 wird das Engagement in Amerika die Post-Bilanz stärker belasten als erhofft. Statt des erwarteten Verlusts von 300 Mill. Euro im Amerika-Geschäft von DHL (Express Americas) prognostiziert die Post nun ein Minus von bis zu 500 Mill. Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Post-Aktie fiel gegen 10.15 Uhr um 3,28 Prozent auf 15,94 Euro.

Spekulationen Bereis VOR Zwei Wochen

Bereits vor zwei Wochen hatte die Post vorsichtige Fragezeichen hinter dem Ziel einer Gewinnschwelle im US-Geschäft von DHL im Jahr 2005 gesetzt. Ob DHL 2005 den Break-even erreichen werde, hänge sowohl vom vierten Quartal 2004 als auch der Zahl neuer Geschäftsverträge ab, sagten Unternehmenskreise der Nachrichtenagentur AFX. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel, an dem offiziell festgehalten werde.

DHL tut sich schwer, den beiden großen Konkurrenten UPS und Fedex , die zusammen rund 80 Prozent des Marktes innehaben, Kunden abzujagen. Der DHL-Marktanteil liegt bei lediglich acht Prozent. Die Post-Tochtergesellschaft wird es auch in diesem Jahr nicht schaffen, schneller zu wachsen als der Gesamtmarkt, der etwa fünf Prozent zulegen dürfte. "Es fehlen uns ein bis zwei Prozentpunkte", sagte Ernst.

Verstärkte Ausgaben IN Infrastruktur und Marketing

Eine Post-Sprecherin sagte am Mittwoch, dass es in den USA im laufenden Jahr höhere Investitionen in das Marketing sowie in die Infrastruktur gegeben habe. Das werde das US-Ergebnis beeinflussen. Allerdings seien diese Ausgaben notwendig, um sich auf dem weltweit wichtigsten und stark wachsenden US-Markt gut zu positionieren.

An den Konzernprognosen für das Geschäftsjahr 2004 hält die Post dennoch fest. Wie im Juli angegeben, werde das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (Ebita) zwischen 7,5 und 12,5 Prozent steigen; 2005 werde das Ebita eine Höhe von mindestens 3,6 Mrd. Euro erreichen. "Der Konzern ist stark genug, um 200 Mill. Euro weniger aus dem Amerikageschäft zu verkraften", sagte Ernst. Auch bei den Zahlen für das dritte Quartal schloss er böse Überraschungen aus.

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