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Post will im September über DHL-Drehkreuz in Leipzig entscheidenDPA-Datum: 2004-07-16 14:56:29

(dpa-AFX) Leipzig/Berlin - Die Deutsche Post < DPW.ETR > will nun im September über ein mögliches neues Luftdrehkreuz ihrer Express- Tochter DHL in Leipzig entscheiden. Das kündigte Post-Sprecherin Anke Baumann am Freitag in Berlin an. Neben dem Flughafen Leipzig/Halle seien weiterhin der bisherige DHL-Hauptumschlagplatz Brüssel sowie Vatry (Frankreich) für die Ausbaupläne im Rennen.

(dpa-AFX) Leipzig/Berlin - Die Deutsche Post < DPW.ETR > will nun im September über ein mögliches neues Luftdrehkreuz ihrer Express- Tochter DHL in Leipzig entscheiden. Das kündigte Post-Sprecherin Anke Baumann am Freitag in Berlin an. Neben dem Flughafen Leipzig/Halle seien weiterhin der bisherige DHL-Hauptumschlagplatz Brüssel sowie Vatry (Frankreich) für die Ausbaupläne im Rennen.

"Unsere Präferenzen können und wollen wir noch nicht mitteilen", sagte Baumann der dpa. Nach den Worten von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) unterstützt die Bundesregierung den Aufbau eines DHL-Logistikzentrums in Leipzig. Sachsens Regierung begrüßte den Einsatz des Bundes. "Damit steigen die Chancen Sachsens, dass DHL nach Leipzig kommt", sagte der Dresdner Staatskanzlei-Chef Stanislaw Tillich (CDU).

Zur Entlastung ihres Hauptumschlagplatzes Brüssel sucht die Post für ihren Express-Zusteller nach einem zusätzlichen Standort. Dort sollen in voraussichtlich zwei oder drei Jahren die Frachtflüge starten, die die überlastete DHL-Niederlassung auf dem Brüsseler Flughafen nicht mehr aufnehmen kann.

Standortwahl

Für die Standortwahl sind unter anderem ausreichende Kapazitäten der Start- und Landebahnen, stabile Wetterbedingungen und ein rechtlich gesicherter 24-Stunden-Betrieb erforderlich. Der Flughafen Leipzig/Halle wirbt seit Jahren mit seinem Betrieb rund um die Uhr. Er verfügt über eine 3,6 Kilometer lange Landebahn, die Interkontinentalflüge erlaubt. Die zweite Start- und Landebahn wird auf gleichfalls 3600 Meter verlängert.

Die EU-Kommission hatte im April geplante staatliche Beihilfen von 70,8 Millionen Euro für den Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle zu einem neuen Luftdrehkreuz der DHL genehmigt. Die Subventionen würden 28 Prozent der gesamten Investitionen von 253 Millionen Euro ausmachen. Die DHL Airways Gmbh plant 1359 Arbeitsplätze. Erwartet werden rund 3000 neue Job auf und rund um den Flughafen.

Bundesregierung Unterstützt Leipzig

Der Wechsel des Express-Dienstleisters nach Leipzig habe gute Chancen, sagte Stolpe am Rande einer Verkehrsicherheitsaktion in Berlin. Die Bundesregierung unterstütze dies "mit aller Kraft". Dazu habe es sogar Unterschriften der Ressorts für Finanzen, Wirtschaft und Verkehr gegeben.

"Für Leipzig und den gesamten mitteldeutschen Raum wäre das eine gute Entwicklungsmöglichkeit", erklärte Stolpe. Jedoch müsse man nüchtern sehen, dass es auch noch Mitwettbewerber und vor allem Brüssel selbst gebe. Allein dort beschäftigt die Post-Tochter mehr als 2000 Menschen.

"Die wollen anscheinend die DHL halten und werden versuchen nachzubessern", sagte Stolpe. "Wenn Brüssel es nicht schafft, die dort bestehenden Umweltbedenken auszuräumen, und einen 24-Stunden- Verkehr zu sichern, dann stehen wir in der ersten Reihe." Als Mitbewerber mit weniger Chancen wertete Stolpe den französischen Standort in Lothringen.

Die "Leipziger Volkszeitung" (Freitag) hatte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) mit den Worten zitiert: "Ich gehe davon aus, dass DHL nach Leipzig kommt." Er respektiere aber, dass die Entscheidung der Post noch ausstehe. Die Post wollte dies nicht kommentieren.

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