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Post will Karstadt-Logistik kaufen - Gespräche weit fortgeschritten

Die Deutsche Post will die Logistikaktivitäten des angeschlagenen Essener Warenhauskonzerns Karstadt-Quelle übernehmen. "Wir haben ein Angebot unterbreitet, ein Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet", bestätigte ein Sprecher der Post am Mittwoch auf Anfrage.

dpa-afx ESSEN. Die Deutsche Post will die Logistikaktivitäten des angeschlagenen Essener Warenhauskonzerns Karstadt-Quelle übernehmen. "Wir haben ein Angebot unterbreitet, ein Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet", bestätigte ein Sprecher der Post am Mittwoch auf Anfrage. "Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten", bestätigte auch ein Karstadt-Quelle-Sprecher, machte jedoch keine Angaben zu einem möglichen Verkaufszeitpunkt. Die Aktie von Karstadt-Quelle legte am Mittwochmorgen um 1,02 Prozent auf 6,96 Euro und war damit zweitstärkster Wert im MDax .

Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" vom Mittwoch hat der Konzern die Logistikaktivitäten in drei Pakete eingeteilt, wobei das erste nun von der Post übernommen werde und über Paket zwei erst im kommenden Jahr entschieden werden solle. Unter Berufung auf Branchenkreise berichtete die Zeitung zudem, der Verkauf des dritten Paketes sei inzwischen abgeblasen worden. Der Karstadt-Sprecher wollte diese so jedoch nicht bestätigen.

Nach Angaben der Post ist das Unternehmen hingegen am "ganzen Paket" interessiert und hat hierfür das Angebot eingereicht. Zur Höhe der Offerte wollte sich der Post-Sprecher nicht äußern. Auch der Karstadt-Quelle-Sprecher wollte mögliche Preisvorstellungen seines Unternehmens nicht kommentieren.

Die Deutsche Post hatte die Übernahmepläne bereits am 1. Dezember beim Bundeskartellamt eingereicht. Nach Informationen der "FTD" handelt es sich dabei lediglich um das Warenverteilzentrum in Unna und um Teile der Karstadt-Quelle-Tochter Optimus.

Früheren Angaben zufolge will Karstadt-Quelle durch den Verkauf von Tochterfirmen eine Milliarde Euro erlösen, dabei sollte die Veräußerung der Logistikaktivitäten zwischen 200 und 400 Mill. Euro einbringen. Die Verkäufe sind ein wichtiger Meilenstein für die Sanierung des Konzerns, ebenso wie die geplante Kapitalerhöhung. Wie die "FTD" weiter berichtete, zeigten sich Finanzkreise am Dienstag optimistisch, dass diese wie geplant durchgeführt wird. Der Konzern hatte in seinem Verkaufsprospekt vor einer Insolvenz gewarnt, sollte die Kapitalerhöhung scheitern.

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