Post wird unter Atemschutz und mit Handschuhen geöffnet
Vorsicht in deutschen Medienhäusern nach Milzbrand-Anschlägen

Nach den Milzbrand-Anschlägen auf Fernsehsender in den USA herrscht auch bei zahlreichen Medienunternehmen in Deutschland deutlich erhöhte Wachsamkeit. Verschiedene Verlage und Fernsehsender verschärften ihre Sicherheitsvorkehrungen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur AFP am Freitag ergab.

afp BERLIN. Besonders die Post wird demnach auf verdächtige Inhalte überprüft, außerdem wurden die Personenkontrollen ausgeweitet. Beim WDR in Köln und Münster wurden am Freitag "verdächtige Briefsendungen" gefunden. Dabei blieb zunächst unklar, ob es sich tatsächlich um einen Anschlag oder einen "Scherz" so genannter Trittbrettfahrer handelte.

Die Vorsichtsmaßnahmen der Verlage und Sender im Umgang mit ihrer Post reichen von einer einfachen Durchsicht auf verdächtige Hinweise bis zum grundsätzlichen Öffnen aller Briefe mit Handschuhen und Atemschutz. Bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" werden seit Freitag alle Briefe zentral in der Poststelle kontrolliert. Die Mitarbeiter tragen dort Handschuhe und Atemschutz und öffnen die Post, bevor sie in die Redaktionen weitergeleitet wird, hieß es auf Anfrage. Bis jetzt wurden von der "FAZ" noch keine Zwischenfälle gemeldet. Auch die "Süddeutsche Zeitung" meldete bisher keine Verdachtsfälle. Dort herrscht ebenfalls erhöhte Vorsicht, auch die "Süddeutsche" lässt verdächtige Briefe mit Handschuhen und Atemschutz öffnen.

Der Kölner Privatsender RTL durchleuchtet seit Bekanntwerden der Anschläge jedes Päckchen und jede verdächtige Briefsendung sowie alle Sedungen ohne Absender. Sollte der Verdacht nach dem Durchleuchten bestehen bleiben, wird die Post nach Angaben einer Sprecherin mit Handschuhen und Atemschutz geöffnet. Beim privaten Fernsehsender SAT.1 wurde schon vor den Anschlägen grundsätzlich jeder ankommende Brief durchleuchtet. Zusätzlich werden jetzt alle Briefe in der Poststelle geöffnet. Die Mitarbeiter dort tragen zum Schutz Handschuhe und Atemmasken. Bisher wurden weder bei RTL noch bei SAT.1 Zwischenfälle gemeldet.

Der Hamburger Verlag Gruner + Jahr, der unter anderem den "Stern", die "Berliner Zeitung" und "GEO" herausgibt, hält sich ebenso wie das ZDF in Mainz mit Informationen zu Sicherheitsmaßnahmen zurück. "Derzeit gibt es eine Gratwanderung zwischen Vorsorge und Panikmache," sagte ein Gruner + Jahr-Sprecher. Ein ZDF-Sprecher sagte: "Wir haben genügend Sicherheitsmaßnahmen getroffen." Weitere Informationen werde der Sender schon deshalb nicht veröffentlichen, um damit nicht den Terroristen zuzuspielen. Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin des Axel-Springer-Verlags. Die Vorsichtsmaßnahmen seien deutlich erhöht worden, Einzelheiten werde der Verlag aber nicht bekannt geben.

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