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Postbank kauft drei US-Töchter der BHF-Bank

Die Deutsche Post AG hat mit ihrer Konzernsäule Finanzdienstleistungen den ersten größeren Schritt ins Ausland unternommen und will den Bereich von den USA aus zu einer weltweit tätigen Logistikbank ausbauen.

vwd DüSSELDORF. Die zu dem Bonner Konzern gehörende Postbank AG gab am Freitag den Kauf dreier in der Unternehmensfinanzierung tätiger US-Töchter der BHF-Bank bekannt. Diese sind in der BHF (USA) Holdings Inc gebündelt, die rückwirkend zum Jahresbeginn voll konsolidiert wird. Dadurch werde das Ergebnis der Finanzdienstleistungen in diesem Jahr um einen Euro-Betrag in zweistelliger Millionenhöhe steigen.

Ein Post-Sprecher sagte vwd, man wolle die Neuakquisition zum Ausgangspunkt für den Aufbau einer weltweiten Logistikfinanzierung machen: "Wir haben mit dieser Bank große Sachen vor". Die Post will bekanntlich zum größten integrierten Logistikkonzern der Welt aufsteigen, der den Kunden alle Dienstleistungen aus einer Hand anbietet. Für das Zusammenspiel mit den beiden Säulen Logistik und Express hat der Kauf nach Darstellung der Post den Vorteil, dass sich Synergien und Cross-Selling-Potenzial bieten. Denn im Bereich der Schwertransporte und der schnellen Paket-Sendungen ist der Dax-Konzern international präsent und auf Expansionskurs.

Über den Kaufpreis für BHF (USA) Holdings wurde Stillschweigen vereinbart. Die Gesellschaft hat eine Bilanzsumme von 4,8 Mrd EUR und rund hundert Mitarbeiter. Sie umfasst drei Töchter der Frankfurter BHF-Bank in den USA, die vor allem in der strukturierten Unternehmensfinanzierung und der Finanzierung gewerblicher Immobilien tätig sind. Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen der Post um die ebenfalls in Bonn ansässige Postbank und die neu erworbene DSL Bank ist jenseits der deutschen Grenzen bislang nur in kleinerem Maße in Luxemburg präsent.

Der Sektor erwirtschaftete im vergangenen Jahr auf Grund der Einbeziehung der DSL Bank deutlich höhere Erlöse von 7,99 (2,87) Mrd. Euro, womit er für 23,5 % des gesamten Konzernumsatzes der Post steht. Das Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) belief sich auf 505 Mill. Euro nach 58 Mill. Euro im Jahr 1999. Von Analystenseite wurde die Übernahmen begrüßt: Wenn man wie die Post weltweites One-Stop-Shopping in der Logistik anbieten wolle, "dann gehört so etwas dazu", sagte Christian Obst von der Hypo-Vereinbank.

Auch im eigentlichen Logistikgeschäft, in dem sie sich wie in den Finanzdienstleistungen und dem Sektor Express in den vergangenen Jahren durch massive Übernahme vergrößert hat, setzt die Post ihren Arrondierungskurs fort. Der Konzern bestätigte, über einen Kauf der österreichischen Spedition Cargoplan zu verhandeln. Es gebe Gespräche, die aber noch nicht abgeschlossen seien, wurde vwd bestätigt. Einer Finanzanzeige in einer österreichischen Zeitung zufolge wurde der Erwerb schon beim Oberlandesgericht Wien als zuständigem Kartellgericht angemeldet. Cargoplan machte 2000 mit 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 79,9 Mill. Euro.

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