Posten palästinensischer Sicherheitskräfte zerstört
Israelische Panzer rücken in Gazastreifen ein

Die israelische Armee ist nach palästinensischen Angaben am Mittwoch kurz nach Mitternacht mit mindestens 60 Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Jeeps in den nördlichen Gazastreifen eingerückt.

dpa/HB GAZA/RAMALLAH. Die Soldaten seien in die Orte Beit Lahija und Beit Chanun einmarschiert, hieß es. Bewohner berichteten von heftigem Maschinengewehrfeuer. Zunächst lagen keine Berichte über mögliche Verletzte vor.

Panzer und Bulldozer hätten einen Posten der palästinensischen Sicherheitskräfte außerhalb von Beit Chanun zerstört. Mehrere Häuser seien durchsucht worden. Die Anwohner befürchteten, dass die israelischen Streitkräfte Häuser zerstören und Massenverhaftungen vornehmen könnten, sagte ein Sprecher der palästinensischen Sicherheitsbehörden.

Zudem seien 20 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge auf der Straße zwischen dem Grenzübergang Eres und Gaza-Stadt gesichtet worden. Von dort ist es nicht weit nach Beit Lahija und zum Flüchtlingslager Dschabalia.

Wenige Stunden vor dem israelischen Vorstoß in den nördlichen Gazastreifen hatten palästinensische Extremisten mehrere Geschosse auf Ziele in Israel abgefeuert. Dabei sei niemand verletzt worden, hieß es.

Am Dienstag hatten israelische Soldaten vier Mitglieder der radikalen Organisation Islamischer Dschihad bei Nablus im Westjordanland festgenommen. Darunter war nach israelischen Medienberichten ein 15-Jähriger, der einen Selbstmordanschlag geplant haben soll.

Nach Monaten blutiger Gewalt hatten Israel und die Palästinenser am Dienstag wieder Gespräche auf höchster Ebene geführt. Der israelische Außenminister Schimon Peres sei mit einer hochrangigen Ministerdelegation der Palästinenser in Tel Aviv zusammengetroffen, berichtete der israelische Rundfunk.

Nach den Worten von Peres ist Israel bereit, sich aus weiteren Autonomiegebieten zurückzuziehen, falls die Palästinenser dort die Fähigkeit zur Terrorbekämpfung nachweisen. Außerdem werde Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser in den kommenden Tagen mit dem neuen palästinensischen Innenminister Abdel Rasak Jechia Sicherheitsgespräche führen.

Unterdessen erklärte Palästinenserpräsident Jassir Arafat am späten Dienstagabend, es werde bis zur Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates keinen Ministerpräsidenten in seiner Regierung geben. Israel und die USA hatten Arafat und die Autonomiebehörde gedrängt, dieses Amt einzuführen.

Vor dem Treffen in Tel Aviv hatte Israel der Autonomiebehörde 70 Millionen Schekel (15 Millionen Euro) aus eingefrorenen palästinensischen Steuergeldern überwiesen. Israel hält insgesamt mehr als zwei Milliarden Schekel (knapp 600 Millionen Euro) der Palästinenser mit der Begründung zurück, dass die Finanzierung von Terrorismus verhindert werden solle.

Nach dem Gespräch von Tel Aviv will in der kommenden Woche das Nahost-Quartett - die USA, Russland, die Europäische Union und die Vereinten Nationen - über die Lage in der Region beraten.

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