Potenzial in allen Sparten
Spanien: Sicherheitssektor expandiert weiter

Ob in Privathaushalten, Unternehmen, staatlichen Behörden oder öffentlichen Einrichtungen - alle Bereiche zeichneten sich zuletzt durch ein starkes Bedürfnis an Sicherheit aus. Nicht nur aus diesem Grund wird für die Branche mittelfristig eine jährliche Wachstumsrate von 10 bis 15 % vorausgesagt.

bfai MADRID. Der spanische Sicherheitsbereich ist ein Wachstumssektor. Zur Sparte zählen u.a. der Objekt- und Personenschutz, Bewachungsdienste sowie eine immer breiter und tiefer werdende Palette an Produkten. Wie auf der Fachschau "Sicur", die alle zwei Jahre auf dem Messegelände IFEMA in Madrid durchgeführt wird, zu vernehmen war, gehen die Aussteller von einer weiterhin guten Entwicklung für die Branche während der kommenden Jahre aus. Die Experten sprechen von einer wachsenden "Sicherheitskultur" auf der Iberischen Halbinsel. Dieses scheint auch die Einschätzung einer Reihe ausländischer Unternehmen zu sein, die entweder als Direktaussteller oder durch ihre Vertreterfirma an der Messe teilnahmen.

Im Vergleich zu den Geschäftschancen war die deutsche Präsenz sowohl im Produktbereich als auch beim Dienstleistungsangebot nur recht schwach ausgeprägt. Dagegen war beispielsweise der britische Verband British Safety Industry Federation (BSIF) mit einer namhaften Unternehmensdelegation zum wiederholten Mal auf der Messe präsent.

"Sicur" wendet sich primär an den spanischen Markt. Allerdings eröffnet die Messe auch Chancen über die Iberische Halbinsel hinaus. Aufgrund historischer Verbindungen und neuerlich verstärktem Engagement, sind spanische Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen in Iberoamerika, Nordafrika sowie im Nahen und Mittleren Osten engagiert. Hier tun sich auch für andere Firmen interessante Geschäftsmöglichkeiten bei Produkten (u.a. Enderzeugnisse und Komponenten) und Dienstleistungen (u.a. Beratung und Wachdiensten) auf. Das Spektrum der Fachschau reichte von Alarmanlagen, Spotlights und Feuerlöscher über Zugangskontrollen bis hin zu Feuerwehrautos und Sicherheitsberufskleidung. Großen Raum nahm zudem das Serviceangebot der Beratungs- und Bewachungsdienste ein.

Bei den Zugangskontrollsystemen ist in vielen Bereichen ein Trend weg von den physischen Zugangssperren (z.B. Schranken) und hin zu elektronischen Systemen (z.B. "Coded Keypads") zu beobachten. Als Neuheit gelten Zugangssysteme auf der Basis von Biometrie.

Obwohl der gesetzliche Rahmen für den Sektor schon vor über einem Jahrzehnt erstellt wurde, hat die Branche erst in den letzten Jahren einen beachtlichen Aufschwung genommen. Die gesetzliche Basis wird im Ley 23/1992 (30.06.92), den Durchführungsbestimmungen 2364/94 (09.12.94) sowie in den Abänderungen 2/99 (29.01.99) gelegt. Die Zuwachsraten lagen während der letzten vier Jahre je nach Teilbereich unterschiedlich bei bis zu 30 %.

Stark wachsende Segmente sind vor allem Alarmanlagen im Privatkunden- und Firmenbereich sowie Sicherheitspersonal und Wachdienste bei Unternehmen, Behörden sowie öffentlichen Einrichtungen, hierzu zählen u.a. Verkehrseinrichtungen (z.B. Flughäfen, Eisenbahn, U-Bahnen), Einkaufseinrichtungen (z.B. Shopping Center, Verbrauchermärkte), Vergnügungseinrichtungen (z.B. Kinos, Sportzentren) sowie Sicherheitstransporte (z.B. Geldtransporte). Bei den Privatkunden geht der Trend hin zum interaktiven Haus, bei Firmenkunden hin zu unternehmensspezifischen integrierten Sicherheitskonzepten. Schrittweise verstärkt werden nun auch "Closed Circuit Television"-Systeme (CCTV-Systeme) eingesetzt. Bei größeren Unternehmen sowie bei Behörden steigt die Zahl der Zutrittskontrollsysteme merklich an.

Die Marktforschungsgesellschaft DBK S.A. schätzt das Umsatzvolumen der Sicherheitsunternehmen im Jahr 2003 auf 2,35 Mrd. Euro, was gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um 10,6 % bedeutet. Für 2004 und 2005 werden Steigerungsraten von ca. 11 % für möglich gehalten. Damit dürfte die gesamte Branche zu den am stärksten wachsenden Sektoren in der spanischen Wirtschaft gehören. Der private Sicherheitssektor unterteilt sich nach den DBK-Erhebungen wie folgt: 62 % Sicherheitswachdienste, 18 % Alarmanlagen, 11 % Sicherheitstransporte, 9 % Wachstationen. Der Aufbau zentraler Wachstationen für das Monitoring sowie für die Hilfeleistung im Ernstfall wies 2002 einen Anstieg um 40 %, 2003 wahrscheinlich um 32 % auf. Hier wird auch auf mittlere Sicht ein überdurchschnittlich hohes Wachstumspotenzial gesehen.

Die beiden führenden Gesellschaften im Sektor sind Securitas und Prosegur, die allein ca. 50 % des gesamten Volumens halten. Es folgen Eulen Seguridad, Grupo Segur Ibérica und Vinsa. Diese fünf Gesellschaften vereinen gut zwei Drittel des Umsatzvolumens auf sich.

Wachsen dürfte ferner der recht umfangreiche Bereich der Arbeitssicherheit. Hier besteht in Spanien noch ein gewaltiger Nachholbedarf, wie die alljährlich erschreckend hohe Zahl von Arbeitsunfällen anzeigt, die das europäische Mittel übertrifft. Das Geschäftsvolumen der Unternehmen im Arbeitsunfallverhütungsbereich hat sich DBK-Angaben zufolge zwischen 1999 und 2002 mit 340 Mill. Euro verdoppelt. 2003 wird mit einem weiteren Anstieg von 25 % auf 425 Mill. Euro ausgegangen und für 2004 dürfte die Zuwachsrate erneut bei ca. 30 %, auf mittlere Sicht bei ungefähr 25 % liegen.

Kontaktanschriften:

Asociación Española Empresas Seguridad (AES)

(Verband der spanischen Sicherheitsunternehmen)

Alcalá 99, 2A

28009 Madrid / Spanien

Tel.: 003491/5 76 52 25, Fax: -5 76 60 94

E-Mail: aes@aesseguridad.es; Internet: www.aesseguridad.es

Federación Española de Seguridad (FES)

(Spanischer Verband für Sicherheit)

Embajadores 81, 2 - 1 ºC

28012 Madrid / Spanien

Tel.: 003491/5 54 21 15, Fax: -5 53 89 29

E-Mail: fes@fes.es; Internet: www.fes.es

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