Poulsen fühlte sich von Italiener gedemütigt
Uefa zieht „Lama" Totti aus dem Verkehr

Italiens Superstar Francesco Totti hat seiner Mannschaft mit der Spuckattacke gegen den Dänen Christian Poulsen einen echten Bärendienst erwiesen und für den ersten großen Skandal bei der Euro 2004 gesorgt. Die Disziplinarkommission der Uefa zeigte bei ihrem Urteil keine Nachsicht. Das Turnier ist für den 27-jährigen Offensivspiler quasi gelaufen.

HB LISSABON. Der Verband sperrte den Spielmacher der "Squadra Azzurra" nach seinem fatalen Ausratser am Donnerstag für drei Partien.Der Kapitän des AS Rom könnte frühestens im Halbfinale zurückkehren. Dies ist für den zuletzt schwachen und zerstrittenen Vize-Europameister aber in weite Ferne gerückt. "Totti ist einzigartig", hält Trainer Giovanni Trapattoni seinen "wichtigsten Spieler" für unersetzbar.

Alles Flehen und Entschuldigen half vor der sechsköpfigen Uefa - Disziplinarkommission unter Vorsitz des Spaniers Joseph Louis Vilaseca nichts. "Ich bin tief betroffen und bitte um Verzeihung", sagte der Italiener bei der fast dreistündigen Verhandlung. "Ich erkenne mich auf diesen Bilder gar nicht wieder. Das ist nicht der echte Francesco, das war ein anderer", entschuldigte sich der zur tragischen Figur gewordene Top-Star. "Ich kenne ihn als vorbildlichen Sportler, aber das ist nicht in Ordnung", sagte DFB-Teamchef Rudi Völler, der bei der WM 1990 selbst vom Niederländer Frank Rijkaard bespuckte wurde. "Totti war mein Geheimfavorit als Spieler des Turniers", verriet Völler. "Er hätte der König werden können, jetzt hat er sich selbst rausgeschossen", klagte der "Corriere della Sera".

Auch die noch in der Nacht aus Rom zusammen mit Verbandspräsident Franco Carraro eingeflogene Star-Anwaltin Giulia Bongiorno war machtlos. Den ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Giulio Andreotti hatte sie in Mafia-Prozessen erfolgreich verteidigt, Italiens Fußball-Helden konnte sie nicht vor der gerechten Strafe retten. "Wir sind ziemlich zufrieden", sagte Bongiorno. Denn die Uefa-Richter hatten mit dem Bann für drei EM-Spiele milder als zunächst erwartet geurteilt. Ein bis Freitagmittag möglicher Einspruch der Italiener erscheint unwahrscheinlich. Zu eindeutig waren die Beweisbilder des dänischen Fernsehens (DR).

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