Powell-Rede im Sicherheitsrat: USA: Irak hat Verbindungen zu El Kaida

Powell-Rede im Sicherheitsrat
USA: Irak hat Verbindungen zu El Kaida

Die USA haben nach Worten von Außenminister Colin Powell Hinweise auf Verbindungen zwischen Irak und der Extremisten-Organisation El Kaida. "Irak gewährt einem terroristischen Netz Unterschlupf, das von Abu Musab Sarkawi angeführt wird. Er ist ein Verbündeter von Osama bin Laden und dessen El-Kaida-Gruppe", sagte Powell am Mittwoch im Uno-Sicherheitsrat.

Reuters NEW YORK/WASHINGTON. Sarkawi habe Mitte 2002 zwei Monate in Bagdad verbracht. Mitglieder der Gruppe um Sarkawi lebten in der irakischen Hauptstadt und könnten dort ungehindert operieren. Wie aus US-Kreisen verlautete, stellt El Kaida nach Einschätzung der Bundespolizei FBI weiterhin eine potenzielle Gefahr für die USA dar. Bundesinnenminister Otto Schily sagte bei einem Besuch in den USA, die Schlagkraft El Kaidas sei möglicherweise noch größer als vor dem 11. September 2001.

Die USA machen die El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden für die September-Anschläge in New York und bei Washington verantwortlich. Dabei waren rund 3000 Menschen ums Leben gekommen. Powells Rede vor dem Rat diente der Absicht, das Gremium davon zu überzeugen, dass Irak Massenvernichtungswaffen vor Uno-Kontrolleuren versteckt und Verbindungen zu Extremisten hat. Die USA haben betont, dass sie notfalls im Alleingang gegen den Golfstaat militärisch vorgehen werden, falls die Uno die Abrüstung Iraks nicht durchsetzen sollte.

Die USA hatten nach Ende des Jahres 2001 einen Feldzug gegen den Terrorismus ausgerufen und im Anschluss mit Luftangriffen in Afghanistan zum Sturz der radikal-islamischen Taliban-Regierung beigetragen, die El Kaida-Kämpfern Unterschlupf gewährt hatte.

FBI warnt vor Gefahrenpotenzial El Kaidas

Aus Kreisen der US-Strafverfolgungsbehörden verlautete, das FBi werde dem Kongress in Kürze einen Bericht vorlegen, in dem vor einer potenziellen Gefahr für die USA durch El Kaida gewarnt werde. "Sie (die El-Kaida-Mitglieder) sind gestört worden. Aber sie existieren noch und sie sind noch dort draußen. Das Potenzial für einen weiteren terroristischen Angriff bleibt eine große Sorge", zitierten die Kreise aus dem Bericht. Allerdings gebe es in dem Bericht keine konkreten Hinweise auf Ort und Ziel potenzieller Anschläge. Die in dem Papier enthaltenen Informationen seien unter anderem durch die Befragung gefangener El-Kaida-Mitglieder und durch elektronische Abhörvorrichtungen gewonnen worden.

Schily sagte vor einem geplanten Treffen mit US-Regierungsvertretern in Washington, die Bedrohung durch El Kaida habe bedrohliche Dimensionen. Auf Fragen von Journalisten hin wollte er nicht ausschließen, dass in Deutschland noch El-Kaida-Zellen existierten. Das Netz der Organisation sei zwar in Afghanistan durch die US-Militäraktion getroffen worden, doch mittlerweile habe die Gruppe wieder neue Strukturen aufgebaut.

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