Powell sieht Fortschritte
Neue Sicherheitsgespräche in Nahost von Gewalt überschattet

Trotz einer neuen Welle der Gewalt in Nahost haben Israelis und Palästinenser ihre Sicherheitsgespräche fortgesetzt. Experten beider Seiten trafen am Montagabend im Haus des US-Botschafters in Tel Aviv zusammen.

rtr/dpa WASHINGTON/JERUSALEM. US-Außenminister Colin Powell hat sich zuversichtlich über den Verlauf der Sicherheitsberatungen zwischen Israel und den Palästinensern geäußert. Powell sagte am Montag in einem Fernsehinterview, er denke, in den Gesprächen gebe es nun "ein wenig Zugkraft". Die Beendigung der Gewalt sei ein erster Schritt, die Normalität wieder herzustellen und die Friedensgespräche wieder aufzunehmen. Sicherheitsexperten Israels und der Palästinenser waren am Montagabend erneut zu Beratungen über ein Ende der Gewalt in den besetzten Gebieten zusammengekommen.

Powell wies in einem Interview der Sendung "News Hour" zurück, US-Präsident George W.Bush zeige am Nahost-Friedensprozess weniger Interesse als sein Vorgänger Bill Clinton. Die US-Regierung engagiere sich im Nahen Osten, sagte Powell. Sie könne nicht anders. Es handele sich dabei um eine bedeutende Herausforderung für die USA, die viel Zeit benötige.

Israelische Armee will Gewalt einschtränken

Die israelische Armee teilte nach dem Treffen in der Residenz des US-Botschafters in Tel Aviv mit, es sei beschlossen worden, Anstrengungen zu unternehmen, die Gewalt einzuschränken und die Sicherheitszusammenarbeit zu verbessern. Bei einem weiteren Treffen am Freitag sollten die Beschlüsse weiter konkretisiert werden, hieß es. Von palästinensischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Beratungen wie am Montag hatten in den vergangenen Wochen bereits einige Male stattgefunden. Gesucht wurde nach Wegen, den Ende September begonnenen Aufstand der Palästinenser zu beenden und danach die Gespräche über die Unabhängigkeit der besetzten Gebiete Gaza-Streifen und Westjordanland wieder in Gang zu bringen. Bei dem Aufstand kamen bislang mehr als 450 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Palästinenser.

Rohrbombenanschlag in Or Jehuda

Am Montag war die Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern wieder eskaliert. In der Stadt Or Jehuda zwischen Tel Aviv und dem Flughafen Ben Gurion explodierte eine mit Nägeln gespickte Rohrbombe, durch die acht Menschen verletzt wurden. Zu dem Anschlag bekannte sich die Palästinenser-Organisation PFLP. Am Sonntag waren beim Selbstmordattentat eines Palästinensers im israelischen Kfar Saba zwei Menschen getötet worden.

Im Flüchtlingslager Chan Junis feuerten israelische Soldaten am Montag Gewehrsalven auf Trauernde ab. Nach Angaben von Ärzten wurden ein 14-jähriger Palästinenserjunge getötet und mindestens 14 Personen verletzt. Die Soldaten hätten geschossen, als sich der Trauerzug einer jüdischen Siedlung genähert habe. Bewaffnete Palästinenser hätten danach zurückgeschossen. Im Lager Rafah setzten Palästinenser panzerbrechende Waffen gegen sieben Panzer und Planierraupen ein, um sie von der Zerstörung ihrer Häuser abzuhalten. Unter dem Beschuss hätten Panzer und Bulldozer wieder abgedreht, berichteten Augenzeugen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%