Powell zu Gesprächen in Ankara
Nachschub über die Türkei gesichert

Die Türkei und die USA haben sich über logistische Unterstützung für die im Nordirak kämpfenden US-Truppen verständigt. Über die Türkei sollten die amerikanischen Einheiten mit Verpflegung und Treibstoff versorgt werden, sagte US-Außenminister Colin Powell am Mittwoch nach Gesprächen mit der türkischen Führung in Ankara.

HB/dpa ANKARA. Er bekräftige, dass die USA die Lage im Nordirak unter Kontrolle hätten und deshalb keine Notwendigkeit für einen türkischen Truppeneinmarsch bestehe. Die Türkei werde eine "wichtige Rolle" beim Wiederaufbau des Iraks nach der Entmachtung von Saddam Hussein spielen und als Vorbild für eine "islamische Demokratie" dienen, sagte Powell.

Angesichts der Spannungen zwischen Washington und Ankara, zu denen die türkische Ablehnung eines US-Truppenaufmarsches in der Türkei geführt hatte, bekräftigten beide Seiten, dass die Zusammenarbeit durch den Besuch Powells gestärkt worden sei und fortgesetzt werde. "Wir sind in der Koalition und handeln zusammen mit den verbündeten Ländern", sagte der türkische Außenminister Abdullah Gül. Ankara sei auch zu humanitärer Hilfe bereit. Flugzeuge mit verwundeten US-Soldaten dürften auf türkischen Stützpunkten landen.

Um die Lage im Nordirak unter Kontrolle zu halten, soll nach den Worten Powells "schnell" ein Koordinierungsausschuss eingerichtet werden, in dem die Türkei, die USA und die irakischen Verbündeten vertreten sind. Der Ausschuss solle eine "Frühwarn"-Funktion haben und damit Problemen vorbeugen, die die türkischen Interessen beeinträchtigen könnten.

Powell nannte die Flüchtlingsproblematik, terroristische Angriffe auf die Türkei oder eine Ausdehnung der Kontrolle der irakischen Kurden über die kurdischen Gebiete hinaus auf den Süden. Ankara will die Entstehung eines Kurdenstaates im Nordirak und einen Zugriff der Kurden auf die Ölfelder von Mosul und Kirkuk verhindern.

Der US-Außenminister wollte nach seinem kurzfristig anberaumten Türkei-Besuch nach Belgrad weiterreisen. In Brüssel sind an diesem Donnerstag Gespräche mit der NATO und der Europäischen Union (EU) geplant. In Brüssel ist auch ein Treffen mit dem russischen Außenminister Igor Iwanow vorgesehen. Die EU interessiert sich vor allem dafür, wie sich Washington die Nachkriegs-Entwicklung im Irak vorstellt. Die EU dringt dabei auf eine zentrale Rolle der Vereinten Nationen.

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