Powerline-Entwickler in den Startlöchern
Daten aus der Stromsteckdose kommen Anfang 2001

Die Energieversorger Eon, RWE und EnBW setzen in Sachen Powerline zum Endspurt an. Letzte Tests sollen den Marktstart, der von allen für Anfang des nächsten Jahres angekündigt wird, vorbereiten.

hsn DÜSSELDORF. Die Energieversorger Eon, RWE und EnBW (Energie Baden-Württemberg) setzen in Sachen Powerline - der Übertragung von Internetdaten und Telefonie über die Stromleitung - zum Endspurt an. Letzte Tests sollen den Marktstart, der von allen für Anfang des nächsten Jahres angekündigt wird, vorbereiten.



"Nachdem wir unsere Technik zunächst im kleinen Rahmen - mit nur acht Haushalten - optimiert haben, wollen wir nun die Akzeptanz beim Kunden testen", erläutert Michaela Roth, Sprecherin der Eon - Tochter Oneline AG, den Start eines größeren Feldversuchs mit rund 400 Kunden.



Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, können sich Kunden der ebenfalls zu Eon Energie gehörenden Avacon AG, Helmstedt, in vier Gebieten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt für diesen Probelauf melden. Der Feldversuch läuft den Angaben zufolge ein halbes Jahr. Wie die Sprecherin erläuterte, soll erst nach Abschluss dieses Testes über einen Markteintritt entschieden werden.



Schneller Zugang zum Internet



Bei dem zweiten Feldversuch werden Sprache und Daten auf der so genannten "letzten Meile" nicht über Telefonkabel, sondern über das Niederspannungs-Stromnetz der Avacon ins Haus übertragen. Innerhalb des Hauses dienen zunächst die Telefonleitungen als Transportmittel. Später soll auch hier über das Stromkabel übertragen werden. Das dazu benötigte Modem befinde sich noch in der Entwicklung, so die Sprecherin.



Bei der Vernetzung der Kunden über die Stromleitungen geht Oneline einen anderen Weg als die Wettbewerber. Während RWE und EnBW planen, die Haushalte von der Ortsnetzstation aus sternförmig zu verknüpfen, verfolgen die Magdeburger ein Konzept, bei dem jedes Haus miteinander verbunden wird, so dass ein ringförmiges Netz entsteht. "Jedem Verbraucher wird über eine wechselnde Netzfrequenz eine virtuelle Standleitung zugewiesen, so dass dennoch eine Sicherheit wie in einem Firmennetz erreicht wird", erläutert die Online-Sprecherin das Vorhaben. Der Vorteil dieser Vernetzung sei, dass so die Übertragungsgeschwindigkeit optimiert werde und die Nutzer des Powerlinenetzes auch mit ihren Nachbarn kommunizieren könnten.



Letzte Tests sollen Gewissheit bringen



Während sich Oneline noch nicht ganz sicher ist, ob es auch wirklich Anfang 2001 losgehen kann, treffen die Konkurrenten RWE und EnBW die ersten konkreten Vorbereitungen für den Marktstart. "Wir warten eigentlich nur noch auf eine klare rechtliche Regelung durch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post", sagte gestern EnBW-Sprecher Klaus Wertel dem Handelsblatt. Zwar gebe es eine Nutzungsbestimmung, die Frequenzen und Störwerte festlege, die sei aber nicht rechtsverbindlich.



Der Energieversorger aus Baden- Württemberg hatte seine Technik in einem ausgiebigen Feldversuch mit 200 Kunden getestet - bei Familien ebenso wie bei Betrieben. "Das Interesse an der Technik war so groß, dass wir zahlreiche Kunden auf den Start im nächsten Jahr vertrösten mussten", so Wertel. Die Powerline-Technik werde besonders von der Nachfrage nach hohen Übertragungsraten im Internet profitieren, glaubt der EnBW-Sprecher.



Es ist zu erwarten, dass die Energieversorger die neue Übertragungstechnik zunächst Kunden in ihrem Versorgungsgebiet anbieten werden. Erst in einem zweiten Schritt werde man Powerline auch anderen Energieversorgern und Stadtnetzbetreibern zur Verfügung stellen, so Wertel und Roth unisono.

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