Powerline
RWE startet Internet über die Steckdose im Juli

RWE will den Stau im Internet über die Steckdose umgehen. 20 000 Kunden sollen zum Start das neue Produkt "RWE PowerNet" testen.

Reuters HANNOVER. Der Essener Versorger RWE will zur Jahresmitte den Internetzugang über die Steckdose anbieten. Das neue Produkt "RWE PowerNet" der RWE RWE-Tochter Powerline GmbH werde zunächst ab dem 1. Juli in Essen und Mühlheim gestartet, teilte RWE am Freitag auf der Technologiemesse CeBIT in Hannover mit. Bis zum Jahresende rechne RWE mit etwa 20.000 Kunden. Zudem kündigte der Versorgerkonzern eine Kooperation mit dem brasilianischen Stromversorger Companhia Paranense de Energia Electrica (Copel) beim Internet über die Steckdose an. Unterdessen teilte die Schweizer Ascom mit, unverzüglich mit der Produktion der Powerline-Technologie zu beginnen.

RWE verspricht: Kein Datenstau in der Steckdose

"Durch die rasant gestiegene Zahl der Nutzer entstehen zunehmend Staus auf den Datenautobahnen," hieß es. Wegen der hohen Bandbreite durch den so genannten Powerline-Zugang werden nach Ansicht von RWE zudem neue Dienste möglich. RWE Powernet erreiche eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von bis zu zwei Megabit pro Sekunde und sei damit bis zu 30-mal schneller als ein gewöhnlicher ISDN-Anschluss. Eine Datei mit einer Datenmenge von vier Megabyte könne etwa in 20 Sekunden aus dem Internet heruntergeladen werden, mit einem ISDN-Anschluss würde die Übertragung etwa zehn Minuten dauern.

Die Powerline-Technik überbrückt die so genannte letzte Meile vom überregionalen Telefonnetz zu den Wohnungen der Verbraucher, die in den meisten Ländern aufgrund der historischen Entwicklung von einer Telefongesellschaft beherrscht wird.

Powerline für 49 Mark im Monat

Nach RWE Angaben soll das Basisprodukt 49 Mark im Monat kosten. Ein TDSL-Anschluss der Deutschen Telekom kostet zum Vergleich etwa 65 Mark monatlich. Es werde vier Tarife für RWE PowerNet geben, hieß es weiter. Die RWE RWE-Tochter Powerline GmbH entwickelt und vermarktet den Angaben zufolge Produkte rund um das Internet aus der Steckdose sowie zur ferngesteuerten Hausautomatisierungs- und Sicherheitstechnik.

Unterdessen teilte Ascom auf der CeBIT mit, man habe den Startschuss für die Vermarktung der Powerline-Technologie gegeben. Ascom habe als einziges Unternehmen weltweit die Powerline-Technologie zur Marktreife gebracht, die von den Stromversorgungsunternehmen in den Räumen installiert werden müsse. Ein handgroßer Adapter stelle dann nach dem Einstecken in die Steckdose über das Stromnetz eine permanente Verbindung zum weltweiten Telefon-Netz und damit zum Internet her. Bis zum Jahresende will Ascom nach eigenen Angaben 100.000 Adapter herstellen. Das Schweizer Unternehmen kooperiert in Deutschland mit der RWE. Mitte Februar hatte Ascom mit RWE einen langfristigen Liefervertrag vereinbart.

Partnerschaft für den Markt in Brasilien

Ferner teilte RWE mit, in Brasilien werde RWE Powerline künftig mit dem Stromversorger Copel bei der Nutzung des Hochgeschwindigkeits-Zugangs über die Steckdose kooperieren. Ein entsprechender Vertrag solle noch im Laufe des Tages unterzeichnet werden. In Brasilien verfügen nach RWE-Angaben nur etwa 17 Prozent aller Haushalte über einen Telefonanschluss, 93 Prozent dagegen über einen Stromanschluss. RWE starte zunächst einen Feldversuch mit 50 Haushalten in Curitiba, der Hauptstadt des Bundesstaats Parana. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

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