Powertrain kurz vor dem Verkauf
BMW setzt Absatzwachstum auch im Mai fort

Auf dem Weg zu einem weiteren Verkaufsrekord entledigt sich der Münchener Autokonzern BMW der letzten Lasten aus seinem fehl geschlagenen Engagement bei der britischen Rover Group.

Reuters MÜNCHEN. Vorstandschef Joachim Milberg sagte am Dienstag auf der Hauptversammlung in der Münchener Olympiahalle, der Konzern stehe kurz vor dem Verkauf des britischen Getriebe- und Motorenwerks "Powertrain" nahe dem Rover-Werk in Longbridge. Noch werde aber mit mehreren Interessenten verhandelt, sagte ein Sprecher. Auch die letzten Bewertungsfragen mit MG Rover seien in Kürze geklärt, stellte Milberg in Aussicht. Unterdessen setzt sich BMW weiter vom schwachen Automarkt ab. In den ersten vier Monaten seien 10,5 % mehr Fahrzeuge verkauft worden, bis Ende Mai rechnet Milberg mit einem Zuwachs von gut 9 %.

Zufriedene Aktionäre

"Wir stehen stärker da als jemals zuvor. Und wir sind in der Offensive", sagte der BMW-Vorstandschef. Nach Hochrechnungen werde der Konzern in den ersten fünf Monaten 2001 weltweit mehr als 375 000 Autos verkauft haben. Vor Jahresfrist waren es zum gleichen Zeitpunkt 344 400 Fahrzeuge. "BMW wächst weitgehend unabhängig von der Branchenkonjunktur", stellte Milberg fest. Für das gesamte Jahr rechnet der Konzern weiterhin mit neuen Rekorden. Der Vorstandschef wiederholte seine Erwartung, seine "erfolgreiche Entwicklung bei Absatz, Umsatz und Ertrag" auch 2001 fortsetzen zu können. "Sie sind an einem der ertragreichsten Automobilunternehmen der Welt beteiligt", sagte Milberg unter dem Beifall der 5 000 Anteilseigner. Auf eine konkrete Prognose für das Jahr wollte er sich aber erneut nicht festlegen.

Bis Ende April 2001 hatte BMW den Absatz um 10,5 % auf 297 000 Fahrzeuge ausgebaut. Auf dem schwachen deutschen Markt verkaufte BMW 84 800 Autos, knapp 5 % mehr als im Jahr zuvor.

BMW hatte Powertrain ebenso wie das Presswerk im britischen Swindon vor einem Jahr nicht mit an MG Rover verkauft, obgleich beide Werke hauptsächlich an Rover und die an Ford verkaufte Geländewagenmarke Land Rover zuliefern. BMW hatte Powertrain und Swindon zuletzt aber als strategisch nicht mehr bedeutend bezeichnet und zum Verkauf gestellt. "Ich gehe davon aus, dass wir in Kürze zu einem Ergebnis kommen werden", sagte Milberg vor den Aktionären. Unter den Verhandlungspartnern ist nach Angaben eines Sprechers auch MG Rover. Noch werde aber mit mehreren Interessenten gesprochen, sagte er. In dem profitablen Werk sind 1 800 Mitarbeiter beschäftigt.

Mayflower hat Interesse an Presswerk in Swindon

BMW verhandele weiter auch über den Verkauf von Swindon, wo 2 500 Menschen für Rover, Land Rover und die bei BMW verbliebene Marke Mini arbeiten, sagte der Sprecher weiter. Interesse an einem Kauf hatte der britische Autozulieferer Mayflower angemeldet. Mögliche finanzielle Folgen der Verkäufe seien durch den noch nicht angetasteten Rest der Rover-Rückstellungen von 1,24 Mrd. Euro gedeckt. Milberg äußerte vor den Aktionären Zuversicht, die sich seit einem Jahr hinziehenden Verhandlungen mit MG Rover über die letzten Bewertungsfragen nun ebenfalls rasch abzuschließen. "Weitere Kosten werden nicht anfallen", bekräftigte Milberg.

In den nächsten sechs Jahren will BMW nach Angaben Milbergs 16 Mrd. Euro in neue Werke und Produkte investieren, 6 bis 7 % vom erwarteten jährlichen Umsatz. Nach der für den Sommer geplanten Einführung des neuen Kleinwagens "Mini" soll das Gelände- und Freizeitmodell X5 eine kleine Schwester bekommen. Der kleine "1er"-BMW soll 2004 auf den Markt kommen. Die Entscheidung, wo BMW ein neues Werk bauen wird, fällt bis Juli.

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