Prägestempel wandert ins Haus der Geschichte
Der Abschied der D-Mark naht

Ab Donnerstag nehmen nur noch die Landeszentralbanken die D-Mark an. Die Altmünzen müssen aufwändig entsorgt werden. Unterdessen nimmt der Abschied viele Formen an. Der alte Prägestempel wandert ins Haus der Geschichte, die besten D-Mark-Stories wurden prämiert und das Kinderhilfswerk hofft auf Restmünzen.

DÜSSELDORF. Die Landeszentralbanken haben zu viel D-Mark. Bis zu diesem Donnerstag nehmen viele Geschäfte noch Bargeld der alten Währung an, danach nur noch die Landeszentralbanken. Dort lagern bereits die bislang umgetauschten oder ausgegebenen D-Mark-Scheine und Münzen und harren ihrer Entsorgung. Auch in Belgien, Luxemburg, Italien und Griechenland sowie Spanien, Finnland, Portugal und Österreich wird das bisherige nationale Zahlungsmittel im Handel ab Donnerstag nicht mehr akzeptiert.

Etwas schneller nahmen die Franzosen Abschied von ihrem Franc: Am 17. Februar verlor die nationale Währung ihre Gültigkeit und wurde mit großem Spektakel begraben.

Eine süße Art von Abschied nahm die Hypo-Vereinsbank in München. Auf ihrer Seite www.euro.de sammelte und prämierte sie die besten Geschichten rund um die Mark. Der erste Preis: Eine Reise ins Euro-Disneyland nach Paris.

Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel trennt sich von D-Mark-Erinnerungen, nämlich vom Prägestempel des Silberlings mit dem Eichenlaub. Am kommenden Mittwoch übergibt der SPD-Politiker das wertvolle Stück dem Direktor des Bonner Hauses der Geschichte, Hermann Schäfer. Der Besitzerwechsel findet während Bodo Hausers TV-Show "Unter den Linden" im Sender "Phoenix" statt.

Doch wohin mit den noch nicht umgetauschten Münzen? Das Deutsche Kinderhilfswerk hat 80 000 Spendendosen in Banken und Sparkassen aufgestellt. Und bittet um Restmünzen. Das Geld soll für Spielplatzinitiativen, Schulen, Medien und den Kindernothilfefonds verwendet werden.

Laut Bundesbank sind in Deutschland noch Münzen im Wert von rund 8,7 Milliarden Mark im Umlauf. Allerdings vermutet die Bundesbank, dass rund 20 Milliarden Münzen verloren gegangen oder in Sammlerschatullen gewandert sind.

Immerhin rund 28 Milliarden D-Mark-Münzen befanden sich nach Berechnungen der Bundesbank im vergangenen Jahr in den Geldbeuteln, Ladenkassen und Sparstrümpfen. Das entspricht rund 100 000 Tonnen Metall. Die Beseitigung dieses Altgeldes kostet die Banken etliche Mühe. Und Kosten. Allein die Währungsumstellung hat die Mitglieder des Sparkassen- und Giroverbandes geschätzt rund 800 Millionen Euro gekostet.

Die Landeszentralbanken unterdessen entsorgen die D-Mark: Sie wird geschreddert, verbrannt oder eingeschmolzen. Der Münzschrott wird weiterverkauft und verarbeitet. Am Ende kommen dann Kochtöpfe sowie Messer und Gabeln raus - und sogar Euro-Münzen.

Quelle: DMEuro

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