Präimplantationsdiagnostik: Gericht erlaubt Zeugung von „Designer-Baby“

Präimplantationsdiagnostik
Gericht erlaubt Zeugung von „Designer-Baby“

Ein britisches Ehepaar darf durch eine Reagenzglas- Befruchtung ein speziell ausgewähltes Baby bekommen, dessen Knochenmark seinen heute vier Jahre alten Bruder retten soll. Der Sohn des Ehepaars leidet an der tödlichen Blutkrankheit Thalassämie, einer erblichen Störung der Blutbildung.

HB/dpa LONDON. Das oberste britische Zivilgericht, der High Court, hatte es zunächst verboten, ein solches "Designer-Baby" zu zeugen. Doch am Dienstag hob das Berufungsgericht in London diese Entscheidung auf und verfügte, dass die Familie mittels Präimplantationsdiagnostik ein Embryo mit dem geeigneten Knochenmark auswählen darf.

Die Mutter des Jungen sagte nach der Urteilsverkündung, sie sei dankbar und freue sich sehr. "Wir glauben, dass wir das Richtige für Zain tun. Er hat ein Recht zu leben." Dagegen sagte Josephine Quintavalle von der Gruppe Core, die unter anderem auch gegen das therapeutische Klonen kämpft: "Wir haben großes Mitleid mit Zain und jedem anderen Baby, das an der Krankheit leidet, die er hat. Aber ein anderes Kind als Mittel der Therapie zu entwerfen, als eine Gewebebank, ist ganz gewiss keine ethische Behandlung." Die Eltern haben auf dieses Argument immer erwidert, sie hätten sowieso gern noch ein zweites Kind gewollt.

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