Prämien und Sponsorengelder
Hannawald erschließt neue finanzielle Dimensionen

Sven Hannawald ist mit seinen Siegen bei der Vierschanzentournee in neue finanzielle Dimensionen geflogen. Der Hinterzartener hat in nur einer Woche die Herzen der deutschen Skisprung-Fans erobert und ist damit auch für die Werbebranche viel interessanter geworden als vor dem Tourneestart.

dpa INNSBRUCK. Zwar wirbt der übertragende Fernsehsender RTL weiterhin mit dem viermaligen Weltmeister Martin Schmitt um die Einschalt-Gunst des Publikums, doch bei den Veranstaltungen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen drehte sich (fast) alles nur noch um Hannawald.

Der 27-Jährige hat bei den elf Weltcupspringen in dieser Saison bereits 89 000 Euro (rund 190 000 DM) verdient - zu diesem Zeitpunkt so viel wie noch nie zuvor in seiner Karriere. Sollte Hannawald seinen Siegeszug bei der Tournee fortsetzen und am 6. Januar in Bischofshofen als erster Deutscher seit Jens Weißflog vor sechs Jahren ganz oben auf dem Treppchen stehen, winken noch einmal Prämien und Preisgelder vom Deutschen Skiverband in Höhe von etwa 170 000 Euro. Hinzu kämen vom Veranstalter noch einmal 40 000 Euro und ein Audi 4 Avant im Wert von 25 000 Euro.

Rechnet man die Leistung bezogenen Sponsoren- und Ausrüsterverträge hinzu, kann Hannawald in diesem Winter weit über eine halbe Million Euro verdienen. Zumal ein erfolgreicher Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City weitere Einnahmen verspräche. Damit würde er in Bereiche vorstoßen, die bislang nur Martin Schmitt erreicht hat. Das Jahreseinkommen des 23-Jährigen vom SC Furtwangen wird auf etwa eine Million Euro geschätzt. Der erfolgreichste DSV-Springer der letzten drei Jahre lernt in diesem Winter die Schattenseiten des Sport-Business kennen, auch wenn ihm seine Sponsoren den Rücken stärken.

Im Rampenlicht steht derzeit eindeutig Hannawald, um den sich jetzt die potenziellen Geldgeber reißen. Denn die haben erkannt, dass sich auch der Skiflug-Weltmeister von 2000 dank der Triumphe bei der Tournee und seiner lockeren Art gut vermarkten lässt. Dabei hatte der Tournee-Spitzenreiter schon in der Vergangenheit stets sportliche Erfolge vorzuweisen. Doch aus dem Schatten von Schmitt konnte er nie heraustreten.

Nun genießt Hannawald die neue Popularität, die ihm von allen Seiten entgegen schlägt. "Die Stimmung ist phänomenal, das sprengt alle Rekorde", meint der Schwarzwälder. Er muss lernen, mit den neuen Anforderungen klar zu kommen. "Der Rummel ist gewaltig. Nach den Springen bin ich froh, wenn ich die Tür hinter mir zu machen kann", gibt Hannawald zu. Mittlerweile sind nicht nur die Zahl der Fanbriefe, sondern auch die Anfragen für Auftritte in TV-Talk-Shows sprunghaft angestiegen. Dies gibt Hannawald die Chance, seinen Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, birgt allerdings auch die Gefahr, sich zu verzetteln. Also wiederholt der DSV-Vorflieger bei jeder Gelegenheit seinen Standardsatz: "Ich mache mein Zeug und konzentriere mich nur auf mich."

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