Präsenz in New York und London wird ausgebaut
Nord LB baut das Auslandsgeschäft weiter aus

Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) stützt sich zunehmend auf ihr Auslandsgeschäft. In diesem Jahr betrage der Ergebnisbeitrag des internationalen kommerziellen Bankgeschäfts bereits mehr als 25 %, sagte Vorstand Gunter Dunkel der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Hannover. "Im Ausland kann man jede Menge Geld verdienen, und das tun wir auch."

dpa-afx HANNOVER. Allein die Niederlassungen in New York, London und Singapur hätten 2001 inklusive des von Dunkels Vorstandskollegen Jürgen Kösters zu vertretenden Wertpapiergeschäfts ein Betriebsergebnis von rund 100 Mill. Euro aufzuweisen. Das seit 1998 aufgebaute Netz um die Ostsee schreibe bereits eine "schwarze Null" und werde künftig stark zulegen. Die Nord/LB arbeite intensiv daran, ihre Renditestärke im Ausland weiter zu stärken. Deshalb sei die Zahl der Großkunden von mehr als 200 auf rund 75 abgebaut worden. "Es muss sich eben lohnen, und da haben wir die Latte höher gehängt."

Nord/LB will im Baltikum stärkste deutsche Bank werden

Im Ostseeraum mit Polen, den baltischen Staaten Litauen, Lettland, Estland sowie ganz Skandinavien plane die Nord/LB im kommenden Jahr ein Kreditvolumen von 4,2 Mrd. Euro bei einem gebundenen Eigenkapital von 235 Mill. Euro, also etwas mehr als fünf Prozent des gesamten Eigenkapitals. "Es ist deutlich mehr als ein zartes Pflänzchen, was da sehr stark wächst. Wir sind jeweils die größte deutsche Bank im Land oder wollen es werden."

Die Nord/LB fahre für jedes Ostseeland wegen der jeweiligen Eigenheiten eine eigene Strategie. "Grundsätzlich sind wir im Baltikum sehr in mittelständischen Geschäften und in der Baufinanzierung engagiert, weil es keine Bausparkassen und kaum Hypothekenbanken gibt. Dagegen stützen wir uns in Skandinavien ausschließlich auf Großkunden", erklärte der Manager. Die im Baltikum und Polen gekauften Banken würden an der "kurzen Leine gehalten". So müsse jeder Kredit über mehr als eine Million Euro vorgelegt werden.

Ein immer größeres Rad dreht die Nord/LB an den internationalen Bankplätzen New York und London. "Das ist ein Markt von Haifischen, aber wir schlagen uns darin als kleiner Piranha sehr gut", sagte Dunkel. "Größe spielt dabei keine entscheidende Rolle, aber man muss für 50 bis 100 Mill. $ gerade stehen können." New York sei auch wegen der Entwicklung immer neuer Finanz-Produkte eine Art "Finanzmodezentrum", in dem eine Bank ständig ihr Know-how verbessern müsse.

Im internationalen Firmenkundengeschäft seien 1,35 Mrd. Euro des Eigenkapitals von 4,6 Mrd. Euro gebunden. Dabei werde mit rund 160 Mitarbeitern eine Kapitalrendite (ROI) von 11 % erzielt, die aber durch das Interbankengeschäft (ROI 6,6 %) nach unten gezogen werde. "Im Großkundengeschäft kommen wir auf 20 %, im Projektfinanzierungsgeschäft sogar auf 26 %", betonte Dunkel.

Die Nord/LB erwartet 2001 ein wegen des Desasters der Berliner Bankgesellschaft halbiertes Ergebnis nach Risikovorsorge und Bewertung von rund 173 Mill. Euro und ein Betriebsergebnis von 558 Mill. Euro. Das Eigenkapital beträgt 4,6 Mrd. Euro. Die Bilanzsumme der Bank soll von 200,5 Mrd. Euro auf 215 Mrd. Euro 2002 zulegen. Die Nord/LB ist mit zehn Prozent an der Berliner Bankgesellschaft beteiligt.

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