Präsident entsendet Streitkräfte
Dutzende Tote bei religiösen Unruhen in Nigeria

Bei Zusammenstößen zwischen Christen und Moslems im Norden Nigerias sind Dutzende Menschen getötet worden. Augenzeugen berichteten von Schießereien, brennenden Kirchen und flüchtenden Menschen.

ap LAGOS. Die Unruhen in der Stadt Jos brachen am Freitagabend aus und dauerten am Sonntag an, obwohl die Behörden ein nächtliches Ausgehverbot verhängt hatten. Augenzeugen berichteten von Plünderungen. Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo ordnete die Entsendung der Streitkräfte an, verlängerte die Ausgangssperre und appellierte in einer Radioansprache an die verfeindeten Parteien, die Gewalt zu beenden.

Am Sonntag riegelten die Behörden den betroffenen Staat Plateau ab. In der Stadt Jos versuchten Moslems am Morgen, einen Gottesdienst von Christen zu stören. Nach Angaben von Bewohnern wurden sie jedoch von der Polizei daran gehindert. Zwei der vier christlichen Kirchen waren zuvor niedergebrannt worden. Warum die Kämpfe ausbrachen, war zunächst nicht bekannt.

Seit der Einführung der Scharia, des islamischen Rechtes, im vergangenen Jahr kam es im Norden Nigerias immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Christen und Moslems, bei denen Hunderte Menschen getötet wurden. In der Vier-Millionen-Stadt Jos hat sich die von Christen dominierte Stadtregierung bislang gegen die Einführung der Scharia ausgesprochen. Im Norden des bevölkerungsreichsten Staats Afrikas leben überwiegend Moslems, im Süden Christen. In Jos kam es bislang kaum zu religiös motivierter Gewalt.

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