Präsident Fischer: „Katastrophe“
Eintracht Frankfurt verliert Bundesliga-Lizenz

Der Eintracht Frankfurt droht der Absturz ins Nichts. Als einziger von 36 Proficlubs wurde dem viermaligen Pokalsieger und deutschen Fußball-Meister von 1959 die Lizenz für die kommende Spielzeit in der 2. Bundesliga verweigert.

dpa FRANKFURT/MAIN. Diese Entscheidung teilte der Pressechef der Deutschen Fußball-Liga (DFL), Tom Bender, am Mittwoch in Frankfurt/Main per Fax mit. "Es ist eine Katastrophe. Ich weiß noch gar nicht, warum das passiert ist. Es kann nur ein Problem mit der Bürgschaft der Hessischen Landesbank gegeben habe", meinte Eintracht- Präsident Peter Fischer. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hatte für den Vormittag eine Pressekonferenz angekündigt; auch die Eintracht AG wollte Stellung nehmen.

Die Entscheidung des Vorstandes des Ligaverbandes sei nach eingehender und umfassender Prüfung der Sachlage in der Nacht auf Mittwoch einstimmig gefallen und endgültig, hieß es in der DFL - Pressemitteilung. Zwölf Vereine konnten aufatmen; sie erhielten die Lizenz und können am Spielbetrieb der beiden Bundesligen in der Saison 2002/2003 teilnehmen. Dies betrifft auch die "Wackelkandidaten" SSV Reutlingen, Karlsruher SC, Alemannia Aachen und SV Waldhof Mannheim.

In dem Fax der DFL hieß es weiter: Gemeinsam mit zwölf weiteren Vereinen und Kapitalgesellschaften der Bundesliga und 2. Bundesliga hatte die Eintracht AG die von der DFL nach Prüfung der bis zum 15. März eingereichten Lizenzunterlagen gestellten Bedingungen nachzuweisen. Die ursprüngliche Frist bis zum 29. Mai war seitens der DFL zu Gunsten der betroffenen Vereine auf 17. Juni, 16 Uhr verlängert worden.

Im Falle der Eintracht AG entsprach laut Bender eine der zu erbringenden Bankgarantien nicht den Anforderungen der Liga für die Erteilung der Lizenz. Die Bankgarantie stellte vielmehr die Finanzierung des Spielbetriebs in Frage. Wie Eintracht-Pressesprecher Carsten Knoop am Mittwoch mitteilte, wird der hessische Traditionsclub umgehend Rechtsmittel gegen die Entscheidung der DFL vor dem Schiedsgericht und gegebenenfalls vor einem ordentlichen Gericht einlegen.

Die AG gehe davon aus, dass dieses Verfahren zu einem positiven Ausgang führen wird. Mit der Abgabe der von der DFL verlangten Lizenzunterlagen am Montag seien alle Bedingungen erfüllt worden. In einer Eintracht-Mitteilung vom Mittwoch hieß es weiter, dass die DFL zur Begründung zunächst angegeben habe, dass die Erfüllung der Bedingungen nicht anerkannt wurde. Eine schriftliche Begründung der Nicht-Lizenzerteilung werde in den kommenden Tagen folgen.

Nach Mitteilung der Eintracht AG hätte die Hessische Landesbank (Helaba) nach Abgabe der Unterlagen am Montag im Zusammenhang mit einer bereits gestellten Bankgarantie zusätzliche Wünsche geäußert. Dies hätte bei der DFL zu Irritationen geführt. Knoop: "Diese dürfen jedoch auf die formale und materielle Erfüllung der Bedingungen keinen Einfluss haben. Mit einer abschließenden Entscheidung in dieser Angelegenheit wird in Kürze zu rechnen sein."

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