Präsident Internationalen Volleyball-Verbandes (FIVB) tritt zurück
Anti-Doping-Code bringt Äger zwischen FIFA und IOC

Zwischen dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Fußball-Weltverband FIFA bahnt sich knapp drei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele eine Kraftprobe an. Grund ist der Anti-Dopin-Code, den die FIFA in der jetzigen Form nicht unterschreiben will.

HB LAUSANNE/PARIS. Wie IOC-Sprecherin Giselle Davies am Montagabend in Lausanne bestätigte, kann ein internationaler Verband mit seiner Sportart nur dann an den bevorstehenden Sommerspielen teilnehmen, wenn er vorher den Anti-Doping-Code unterzeichnet hat. FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte zuvor in Paris erklärt, er könne den Code in der vorliegenden Form nicht unterschreiben.

Blatter kritisierte nach einer Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees die zu engen Regeln des von der Welt-Antidoping-Agentur WADA vorgelegten Codes. Sie seien von der FIFA so nicht zu akzeptieren. "Ich bin sicher, die ganze Welt würde es nicht verstehen, wenn Fußball nicht bei Olympia dabei wäre, obwohl schon 400 000 Eintrittskarten verkauft sind", meinte der FIFA-Präsident. Neben der FIFA hat von den 28 olympischen Sommersport-Verbänden auch der Radsport-Verband (UCI) den Code noch nicht unterzeichnet.

Mit Ruben Acosta hat am Montag der Präsident des Internationalen Volleyball-Verbandes (FIVB) seinen sofortigen Rückzug aus dem IOC erklärt. Der in diesem Jahr 70 Jahre alt gewordene Mexikaner gab als Grund die neue Altersregel an. Danach hätte Acosta mit Ende des Jahres aus dem IOC ausscheiden müssen. Den Hintergrund der plötzlichen Entscheidung bildet ein Verfahren der IOC-Ethikkommission des IOC. Dem Spitzenfunktionär wird vorgeworfen, 8,3 Millionen Schweizer Franken (5,34 Millionen Euro) aus Fernseh-Verträgen seines Verbandes unrechtmäßig kassiert zu haben.

Das IOC öffnete die Olympischen Spiele für transsexuelle Sportler. Bedingungen für eine Teilnahme sind vollkommen abgeschlossene, rechtlich bestätigte Geschlechtsumwandlungen. Außerdem müssen zwischen der letzten Hormonbehandlung und dem Olympia-Start mindestens zwei Jahre liegen.

Vor den Spielen 2012 wird es voraussichtlich keine Änderungen im Olympia-Programm geben. Diese Mitteilung machte IOC-Präsident Jacques Rogge vor den Vertreten der 28 Verbände mit olympischen Sommersportarten. Nach seinem Amtsantritt 2001 hatte der Belgier versucht, Modernen Fünfkampf, Baseball und Softball bereits zu den Spielen 2008 in Peking zu streichen. Diese drei Sportarten haben nun eine vier Jahre längere Bestands-Garantie.

Nach einer im vergangenen Jahr ergänzten IOC-Charta könnte es für Peking nur dann zu einer Streichung von Sportarten kommen, wenn olympische Verbände den Anti-Doping-Code nicht unterschrieben haben oder aber "krasse Verstöße" gegen die Ethik-Regeln festgestellt werden. Rogge nannte in diesem Zusammenhang "systematische Korruption".

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