Archiv
Präsident sucht Zimmer

New York ist Rummel gewohnt. Aber das mehr als 170 Staats- und Regierungschefs - darunter auch Könige - zeitgleich den Big Apple besuchen, passiert nicht jeden Tag.

New York ist Rummel gewohnt. Aber das mehr als 170 Staats- und Regierungschefs - darunter auch Könige - zeitgleich den Big Apple besuchen, passiert nicht jeden Tag. Zu verdanken hat die Metropole den Massenauflauf an Politprominenz dem Gipfeltreffen der Vereinten Nationen, die direkt am East River ihren Hauptsitz haben. In solchen Momenten kann New York sich zu Recht als Hauptstadt der Welt fühlen. Dass bei dem Gipfel nicht viel rumgekommen ist, tut dem "Wir sind der Mittelpunkt der Welt-Gefühl" keinen Abbruch.

Die meisten New Yorker benötigen für diese Gewissheit der Auserwählten den Polit-Gipfel ohnehin nicht. Sie ertragen die Straßensperren und anderen Behinderungen, die mit dem Rummel verbunden sind, mit routinierter Gelassenheit. Nur den Hotels der Stadt macht der Andrang von derart vielen VIPs mächtig zu schaffen. So berichtet die "New York Times", dass die Präsidenten-Suiten in den Luxus-Herbergen knapp werden. Für das berühmte Waldorf Astoria an der Park Avenue ist das zwar kein Problem. Mit 26 Suiten für Staatsoberhäupter ist das Traditionshaus bestens ausgestattet. Mit US-Präsident George W. Bush, seinem russischen Kollegen Vladimir Putin und dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao steigen denn auch gleich drei Staatsoberhäupter aus der ersten Reihe im Waldorf ab. Auch die restlichen Zimmerresidenzen in dem Hotel sind ausgebucht.

In den anderen Luxusherbergen sieht das schon anders aus. Das Four Seasons hat nur drei Zimmer für Staatsgäste, das Millennium U.N. Plaza Hotel gegenüber dem Uno-Hauptquartier sogar nur eines. Hinzu kommt, dass das geschichtsträchtige Plaza Hotel an der Fifth Avenue ausfällt, da es größtenteils in teure Eigentumswohnungen verwandelt wird. Doch New York wäre nicht New York, wenn die Hoteliers den Engpass nicht mit Chuzpe und Einfallsreichtum in den Griff bekommen würden. Im Notfall wird einfach ein anderes Luxuszimmer schnell zu einer "Präsidenten Suite" erklärt. Das entsprechende Schild über der Eingangstür lässt sich in wenigen Minuten anbringen. Und wenn dann der Staatschef eines kleineren Landes mit seinem Gefolge anreist, kann er sich wie zu Hause als kleiner König fühlen. Dass die Großen der Welt auch größere Zimmer bekommen, daran hat er sich ohnehin längst gewöhnt.


Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%