Präsident Wahid spielt die Zwischenfälle herunter
Unruhen auf Borneo gehen weiter

Etwa 400 Todesopfer sind seit Ausbruch der Unruhen im indonesischen Teil der Insel Borneo zu beklagen.

dpa JAKARTA. Im indonesischen Teil der Insel Borneo sind weitere 118 Leichen gefunden worden. Bei den Getöteten handelt es sich nach Polizeiangaben vom Dienstag vornehmlich um Immigranten von der Insel Madura. Zwischen den Ureinwohnern vom Volk der Dayak, früheren Kopfjägern, und Zugewanderten herrschen seit Jahren Spannungen, die sich immer wieder gewaltsam entladen.

Damit hat sich die Zahl der Toten bei den am 18. Februar ausgebrochenen Unruhen nach lokalen Polizeiangaben auf 386 erhöht. Bis zu 40 000 Zuwanderer seien bereits aus der Gegend der Stadt Sampit geflohen, wo die blutigen Zusammenstöße begonnen hatten. Die staatliche indonesische Nachrichtenagentur Antara sprach jedoch von mehr als 400 Toten.

Auch der Einsatz von mehr als 1 500 Soldaten und Polizisten mit Schießbefehl habe die Lage nicht beruhigt, hieß es. In der Provinzhauptstadt Palangkaraya machten Dayaks, mit Macheten und Speeren bewaffnet, weiter Jagd auf Immigranten.

Die Lage sei "immer noch angespannt", sagte ein Einwohner. Indonesiens Polizeipräsident General Suroyo Simantoro berichtete jedoch von ersten Erfolgen. 174 Personen seien festgenommen und ein Waffenarsenal in einem Hotel in Palangkaraya entdeckt worden.

Dagegen habe sich die Situation in Sampit, das 220 Kilometer östlich von Palangkaraya liegt, beruhigt, sagte der Polizeichef der Stadt, Sardjono. Zusammenstöße gebe es jedoch weiterhin in den Außenbezirken und Vororten, wohin viele Zuwanderer geflohen seien. 13 000 Immigranten von Madura, die sich im nahen Dschungel versteckt hätten, seien in ein Flüchtlingslager gebracht worden, berichtete ein Regierungssprecher.

Der indonesische Präsident Abdurrahman Wahid, zur Zeit auf Nahostreise, spielte die Zwischenfälle herunter. In Kairo sagte er der "Jakarta Post": "Es wird versucht, die Gewalt über Gebühr aufzubauschen. Es stimmt nicht, dass Leichen die Straßen säumten".

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