Präsident zu Besuch beim Präsidenten
Rau und Katzav rufen zum Kampf gegen Terror auf

Bundespräsident Johannes Rau und Israels Präsident Moshe Katzav haben am Montag in Berlin ihre Entschlossenheit zum Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt. Nach einem Gespräch mit Katzav sagte Rau, Hauptziele der deutschen Politik seien der Frieden im Nahen Osten und ein Israel, "das dem Terrorismus widerstehen kann". In dem Gespräch sei deutlich geworden, "dass wir in Deutschland an der Seite Israels stehen".

Reuters BERLIN. Zugleich sei er erfreut, dass es wieder zunehmend jüdisches Leben in Deutschland gebe, sagte der Bundespräsident. Katzav wollte außer mit Rau auch mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer (Grüne) zusammenkommen.

Der israelische Präsident war am Sonntag zu einem offiziellen Besuch in Deutschland eingetroffen und hatte in Raus Heimatstadt Wuppertal an der Einweihung einer Synagoge teilgenommen. Katzav sagte nach dem Gespräch mit dem Bundespräsidenten, "nicht das palästinensische Volks ist unser Feind, sondern die palästinensischen Terroristen sind unsere Feinde". Es sei die oberste Pflicht einer Regierung, ihre Bürger vor Anschlägen zu schützen.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Ezer Weizman, der bei seinem Deutschland-Besuch 1996 junge Juden zur Auswanderung nach Israel aufgefordert hatte, besteht Katzav nicht auf dieser Forderung. Er akzeptiere den Wunsch von Juden, auch in der Diaspora leben zu wollen. Allerdings sollten sie dann die Möglichkeit haben, am jüdischen Leben teilhaben zu können. Dem diene auch die am Vortag eröffnete Synagoge in Wuppertal. Rau sagte: "Es ist schön, dass die Juden in Deutschland leben und leben wollen, und ich werde alles dafür tun, dass sie hier sicher leben können."

Der Besuch Katzavs findet unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen teil. Für den späten Montagnachmittag waren ein Aufmarsch der rechtsextremen NPD gegen den Katzav-Besuch in der Berliner Innenstadt und drei Gegendemonstrationen geplant.

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