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Präsidentenberater stellt sich

Als erstes Mitglied der irakischen Führungsriege hat sich der frühere Präsidentenberater Amir el Saadi am Samstag in Bagdad freiwillig den US-Streitkräften gestellt. Begleitet wurde der General dabei auf eigenen Wunsch von einem Team des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). El Saadi, der mit einer Deutschen verheiratet ist, steht auf der vom US-Oberkommando veröffentlichten Liste der 55 meistgesuchten irakischen Führungspersonen, derer die USA "tot oder lebendig" habhaft werden wollen.

HB/dpa BAGDAD. Über das Schicksal von Präsident Saddam Hussein sei ihm nichts bekannt, sagte El Saadi dem ZDF-Korrespondenten Ulrich Tilgner in Bagdad in einem Interview. Der Präsidentenberater sagte weiter, er fühle sich in keinerlei Hinsicht schuldig.

El Saadi, der seine Ausbildung in Großbritannien und Deutschland absolviert hat, war 1968 wegen seiner Heirat mit einer Deutschen aus der Armee ausgeschlossen worden. Später wurde der Chemiker jedoch wegen seiner fachlichen Kompetenz mit Führungsaufgaben im Raketen- und Chemiewaffen-Programm des Iraks betraut. Saddam verlieh ihm den Rang eines Generals. El Saadi war vor dem Krieg im Irak unter anderem Verhandlungspartner der UN-Waffeninspekteure Hans Blix und Mohammed el Baradei.

Alle seine damaligen Aussagen und Angaben entsprächen der Wahrheit und hätten "trotz der veränderten Situation" weiterhin Gültigkeit, sagte er am Samstag. El Saadi betonte, dass er weder Mitglied der Baath-Partei noch Mitglied des irakischen Geheimdienstes gewesen sei. Anders als die meisten engsten Vertrauten Saddam Husseins ist er ein schiitischer Muslim. El Saadi hatte sich nach eigenen Angaben mit seiner Frau Helma auch nach dem Einrücken der US-Streitkräfte in seinem Haus in Bagdad aufgehalten. Aus Sicherheitsgründen habe er ein Fernsehteam dabei haben wollen, als er sich den Amerikanern stellte.

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