Archiv
Präsidentenwahl in der Ukraine

Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine hat sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem liberalen Oppositionsführer Viktor Juschtschenko und Regierungschef Viktor Janukowitsch abgezeichnet.

dpa KIEW. Bei der Präsidentenwahl in der Ukraine hat sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem liberalen Oppositionsführer Viktor Juschtschenko und Regierungschef Viktor Janukowitsch abgezeichnet.

Die Richtungswahl für eine Annäherung an die Europäische Union oder eine schrittweise Rückkehr in Richtung Russland wurde von Wahlrechtsverstößen überschattet. In Umfragen vor der Wahl lagen die beiden Favoriten gleichauf bei jeweils etwa 40 Prozent.

Gestärkt durch großen Rückhalt in den Regionen zeigte sich der Reformpolitiker Juschtschenko siegessicher. "Wir werden schon im ersten Wahlgang siegen", kündigte der 50-jährige frühere Regierungschef bei der Stimmabgabe in Kiew an.

Sein Kontrahent Janukowitsch setzte auch auf die Anhänger der Kommunisten und Sozialisten. "Wir hoffen, dass sie uns unterstützen werden", betonte Janukowitsch in seinem Wahllokal in Kiew. Insgesamt bewarben sich 24 Kandidaten um die Nachfolge von Leonid Kutschma, der die Ukraine über zehn Jahre regiert hat.

Der Wahlkampfstab Juschtschenkos beklagte, dass in manchen Regionen Wähler mit Dokumenten ausgestattet worden seien, um mehr als einmal abstimmen zu können. Zudem bringe die Staatsmacht eine große Zahl junger Leute mit Bussen nach Kiew, um möglicherweise Demonstrationen oder Provokationen vorzubereiten, hieß es. Von Seiten Janukowitschs wurden Unregelmäßigkeiten in westukrainischen Wahllokalen moniert.

Etwa 4 000 internationale Wahlbeobachter aus den USA, der Europäischen Union sowie Russland verfolgten die Abstimmung. Der ungewisse Ausgang mobilisierte die Mehrzahl der insgesamt knapp 38 Mill. Wahlberechtigten. Es sei mit einer Beteiligung von insgesamt 80 Prozent zu rechnen, teilte die Wahlleitung in Kiew mit.

Im Wahlkampf war der Staatsapparat nach Einschätzung westlicher Beobachter dazu missbraucht worden, den Oppositionskandidaten Juschtschenko zu behindern. Mehrfach wurden dessen Wahlkampfhelfer festgenommen oder eingeschüchtert. Bis zuletzt ignorierte das staatlich kontrollierte Fernsehen die Auftritte Juschtschenkos.

Ein vorläufiges Endergebnis wird für Montag erwartet. Erringt keiner der insgesamt 24 Kandidaten die absolute Mehrheit, kommt es am 21. November zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%