Präsidentschaftswahlkampf
Obama bekommt Hilfe aus Bushs Riege

Rund zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hat Barack Obama die Unterstützung eines der prominentesten ehemaligen Mitglieder der Regierung von George W. Bush erhalten: Ex-Außenminister Colin Powell stellte sich hinter Obama – und äußerte zugleich scharfe Kritik an John McCain.

WASHINGTON. Powell begründete seine Unterstützung für Obama in der Talkshow "Meet The Press" damit, das dieser "sowohl über Stil wie über Substanz" verfüge und eine Persönlichkeit sei, die das Land transformieren könne.

Diese positive Einschätzung durch Powell ist für Obama von enormer Bedeutung, weil sie ihm Rückenwind auf dem Feld der Sicherheitspolitik verschafft - ein Gebiet, auf dem der demokratische Spitzenkandidat als relativ unerfahren gilt. Mit der Unterstützung durch den Ex-Generalstabschef ging für Obama kurz vor dem Wahltermin eine seiner politisch wohl erfolgreichsten Wochen zu Ende. Der Senator aus Illinois schlug sich nicht nur exzellent in der letzten Fernsehdebatte mit seinem republikanischen Rivalen John McCain und baute seine Führung aus. Obama verbuchte darüber hinaus noch einen Rekord beim Spendensammeln. Im September erhielt Obama Spenden in Höhe von über 150 Mio. Dollar; sein bisheriger Monatsrekord lag bei 67 Mio. Dollar.

Bereits in den Tagen zuvor hatte Obama viel Zustimmung aus dem konservativen Lager erfahren. So rief die "Chicago Tribune" zum ersten Mal in ihrer 161-jährigen Historie zur Wahl eines Demokraten auf. Dies hatten in der vergangenen Woche auch die "Los Angeles Times" und die "Washington Post" getan. Die "L.A. Times" begründete ihre Entscheidung unter anderem damit, dass Sarah Palin, McCains "running mate", eine der unqualifiziertesten Kandidatinnen für das Amt sei, welche die USA je gesehen hätten. Die konservativen Publizisten Christopher Buckley und Christopher Hitchens sprachen sich ebenfalls für Obama aus.

"Obama zeigt Kontinuität und intellektuellen Elan", sagte der pensionierte General Powell in der zentralen US-Sonntags-Talkshow. "Er hat sehr klare Vorstellungen, wie die Dinge laufen sollen und das wird uns gut bekommen." Zugleich kritisierte er McCain. Dieser hatte zuletzt versucht, Obama wegen dessen angeblicher Nähe zu einem Ex-Terroristen zu diskreditieren. Damit sei McCain zu weit gegangen, so Powell. Diese Art von Wahlkampf sei nicht das, "was sich die Amerikaner wünschen".

Seite 1:

Obama bekommt Hilfe aus Bushs Riege

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%