Präzise muss man sein
Als Tiger Woods den Eagle schlug

SAP-Gründer und Aufsichtsrat Dietmar Hopp ist begeisterter Golfer und liebt Herausforderungen. Seine Lieblingsplätze in St. Leon und Rot hat er gleich selbst mitgestaltet.

Von der Leidenschaft des Golfsports gepackt, hatte ich schon vor langer Zeit den Traum, selbst einen anspruchsvollen, schönen und für Profiturniere geeigneten Golfplatz zu gestalten. Mit den beiden unterschiedlich ausgeprägten 18-Loch-Golfkursen "St. Leon" und "Rot" und dem 9-Loch-Kurzplatz des Golfclubs St. Leon-Rot südlich von Heidelberg habe ich diesen Traum vor einigen Jahren verwirklicht.

Gefragt, was denn seinen Lieblingsplatz ausmacht, hat jeder Golfer sicherlich die unterschiedlichsten Argumente auf Lager. Für mich jedenfalls zählen zu den wesentlichen Kriterien, dass ein Platz anspruchsvoll, in die Landschaft eingebettet, gepflegt, optisch ansprechend, fair und zugleich spielerisch herausfordernd ist. Man spielt den Kurs St. Leon auf klassisch ondulierten Fairways und Grüns.

Allgegenwärtige Wasserflächen, die sich dem Spieler nicht nur frontal in den Weg stellen, sondern auch seitlich zu unangenehmen Wegbegleitern werden, fordern vom Spieler volle Konzentration. Beeindruckend sind die zum Teil gigantischen, hochwandigen und kunstvoll modellierten Bunkerlandschaften, die auf allen Bahnen nicht nur die Fairways einengen, sondern auch die Grüns massiv verteidigen.

Es ist gerade diese Art von Bunkern, die weite Schläge aus Fairway- Bunkern heraus oder gezielte Schläge aus Green-Bunkern stark erschwert oder gar unmöglich macht. Das Vermeiden von Schlägen in diese Bunker wird zum spielentscheidenden Moment. Es gilt deshalb, mit den Schlägen nicht nur lang, sondern auch präzise zu sein. Ähnlich tückisch sind auch die ausgedehnten Rough-Flächen entlang den Fairways mit dem für schottische und englische Plätze typischen dichten und hohen Gras. Sie verzeihen einen missratenen Schlag nur selten und geben darin gelandete Bälle ungern wieder preis.

Alle Grüns des Kurses St. Leon sind für den Spieler gut einsehbar. So ist das gezielte Anspielen der gut haltenden Grüns problemlos möglich. Die Herausforderung auf den schnellen Grüns sind die langen Breaks, welche auf den großen Grüns auch mich schon den einen oder anderen Schlag gekostet haben. Aber trotz oder gerade wegen dieser Schwierigkeiten und permanenten Herausforderungen ist dieser Platz ein Genuss und ein unvergessliches Erlebnis, nicht nur für bessere Spieler; auch Durchschnittsgolfer haben dort ihre Freude. Einzelne, besonders schöne Bahnen herauszuheben fällt mir sehr schwer, da jede Bahn für sich interessant ist und harmonisch zu den anderen Bahnen passt.

Die Bahn 8 des Kurses St. Leon, ein Par 4 mit einem Insel-Fairway und einem Inselgrün, ist für mich dennoch einer besonderen Erwähnung wert. Hier spielt man entweder ein Eisen 4 vor die Bunker und hat dann noch 150 Meter bis zur Grünmitte oder überschlägt die Bunker und kann einen Schlag von 60 Metern an die Fahne spielen. Nur leider birgt ein langer Abschlag auch hier das Risiko, im Wasser zu versinken oder im Rough zu verschwinden.

In diesem Zusammenhang bleiben für mich zwei Momente der Deutsche-Bank-SAP-Open unvergessen, die im Jahre 2001 und 2002 in St. Leon-Rot ausgetragen wurden: Zum einen schlug John Daily im vergangenen Jahr seinen Abschlag an Loch 8 des Kurses St. Leon nicht etwa wie erwartet zunächst auf das Insel-Fairway, gefolgt von einem kleinen Eisen ins Grün. Nein, er kürzte an diesem Par 4 über die volle Länge des Wasserhindernisses ab und erreichte das Grün direkt. Der Ball musste hierfür über 300 Meter im Flug zurücklegen.

Zum anderen hatte Tiger Woods in der entscheidenden Finalrunde des Jahres zuvor auf Loch 13 des Platzes "Rot" einen phantastischen Schlag ins Grün. Nach einem sicheren Abschlag, der links das Wasser und rechts den großen Bunker auf Distanz hielt, schlug er den zweiten Schlag direkt ins Loch. Ein Eagle, der den Konkurrenten entscheidend abhängte. Solche außergewöhnlichen Leistungen der Top-Spieler auf dem Platz erfreuen und motivieren mich am nächsten Tag, mit viel Spaß selber gut zu spielen.

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