Praktiker wird nicht verkauft
Metro auf Wachstumskurs

Deutschlands größter Handelskonzern, die Düsseldorfer Metro AG, will jährlich rund 8 000 neue Arbeitsplätze schaffen - vor allem im Ausland.

ap DÜSSELDORF. "Wir müssen so viele Mitarbeiter einstellen, um das geplante Wachstum bewältigen zu können", sagte Konzernchef Hans-Joachim Körber bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen am Dienstag in Düsseldorf. Allein im laufenden Jahr will der Konzern seinen Umsatz um mindestens sieben Prozent auf über 50 Mrd. ? (97,8 Mrd. DM) steigern.

Allerdings werde der Konzern vor allem im Ausland wachsen, betonte Körber. So sollen in diesem Jahr noch neue Märkte in China, Russland und Kroatien eröffnet werden. In Deutschland verringerte der Handelsriese dagegen die Beschäftigtenzahl im ersten Halbjahr um 2 000. Wachstumsimpulse gehen hier vor allem noch von den Elektronikketten Media-Markt und Saturn aus, die durch konsequente Expansion europaweit über 3 000 neue Stellen schaffen wollen, die Hälfte davon in der Bundesrepublik. Dagegen baute etwa die kriselnde Baumarkt-Tochter Praktiker Stellen ab.

Der viertgrößte Handelskonzern der Welt ist trotz Konjunkturflaute weiter auf Wachstumskurs. Das zweite Quartal sei mit einer Umsatzsteigerung um 6,4 % besser als erwartet verlaufen, sagte Metro-Chef Körber. Im ersten Halbjahr erhöhte sich der Umsatz insgesamt um 5,8 % auf 23,1 Mrd. ?. Gleichzeitig stieg das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (Ebit) um gut elf Prozent auf 206,4 Mill. ?. Erklärtes Ziel Körbers ist es, das Ergebnis je Aktie im Gesamtjahr um mindestens zehn Prozent zu verbessern.

Kaufhof erwartet Impulse vom Wegfall des Rabattgesetzes

Vom Wegfall des Rabattgesetzes erwartet der Handelsriese im zweiten Halbjahr zusätzliche Impulse für das Warenhausgeschäft seiner Tochter Kaufhof. Dabei setzt der Konzern vor allem auf die Payback-Karte. Karteninhabern bot Kaufhof zum Start des Sommerschlussverkaufs erstmals die Möglichkeit, eine Stunde früher als alle anderen Kunden nach Schnäppchen zu jagen. Allerdings hält Körber die Möglichkeiten zum echten Feilschen für sehr beschränkt. "Wenn wir auf alles nur drei Prozent Rabatt gäben, wären wir Pleite", beschrieb er die knappe Kalkulation des Handels. Sein Fazit: "Deutschland wird sich nicht in einen Basar verwandeln."

Umsatzstärkstes Geschäftsfeld des Metro-Konzerns sind nach wie vor die 365 Cash & Carry-Märke in insgesamt 20 Ländern, die fast die Hälfte des Umsatzes und rund vier Fünftel des Ergebnisses erwirtschafteten. Bei den Sorgenkindern des Konzerns, dem Lebensitteleinzelhandel mit den Ketten Real und Extra sowie der Baumarktkette Praktiker, zeigen sich laut Körber inzwischen erste Erfolge des Restrukturierungsprogramms. Gegen den Branchentrend konnten die Lebensmittelanbieter im ersten Halbjahr den Umsatz steigern und gleichzeitig den Verlust deutlich verringern: von 41,3 auf 6,4 Mill. ?. Praktiker kämpft vor allem in Deutschland weiter mit der schwierigen Branchenkonjunktur. Dennoch bestritt Körber erneut, dass sich Metro in Verkaufsgesprächen befinde.

Bei den Elektronikmärkten bleibt der Konzern europaweit auf Wachstumskurs und nimmt dabei auch in Kauf, dass durch die gestiegenen Investitionen in den Ausbau des Filialnetzes das Ergebnis vorübergehend leidet.

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