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Praktische Tipps sind bei Reisemagazinen im Netz gefragt

"Wo kann ich auf den Fidschi-Inseln einen Yoga-Kurs machen?", will ein Nutzer im Forum des Internet-Reisemagazins www.lonelyplanet.com wissen. Ein paar Stunden später antwortet ein anderer Teilnehmer: "Wenn überhaupt, dann auf Molole Island."

Reuters BERLIN. Der kurze Dialog zeigt, warum die Online-Ausgabe des englischsprachigen Reiseführers Lonely Planet so beliebt ist: Die Besucher bekommen viele praktische Informationen. "Der Nutzer will keine langen Texte, sondern konkrete Tipps", weiß Valentin Weislämle vom Reisebuchverlag Marco Polo, einem der großen deutschen Anbieter von Reiseinformationen im Netz.

Auch deutsche Online-Reisemagazine wollen sich mit nützlichen Anwendungen für die Urlaubsplanung ihren Teil am Reisemarkt im Internet sichern, dem ein enormes Wachstum vorausgesagt wird. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz in Europa nach Angaben des auf Reiseangebote im Web spezialisierten US-Marktforschungsunternehmens PhocusWright bei 3,4 Mrd. Euro. Das Marktforschungsunternehmen Jupiter MMXI geht davon aus, dass sich dieses Volumen bis 2005 auf rund 17,6 Mrd. Euro mehr als verfünffachen wird.

Entsprechend groß ist die Konkurrenz. Im Kampf um die Kunden bieten die Magazine immer mehr Service - vom Flugticket über Reiseversicherungen bis zur Wettervorhersage für alle Urlaubsorte. Im Trend liegen auch Kurzinfos für Städtereisende, die auf den Taschencomputer oder das Handy geschickt werden.

"Bei uns kann der Nutzer mit einem Klick alle wichtigen Infos zum gewählten Reisegebiet abrufen", beschreibt New Media Director Weislämle von Marco Polo den Internetauftritt seines Unternehmens. Unter www.marco-polo.de finden Nutzer zum Beispiel elektronische Karten, Impftipps, Wechselkurse und Flüge. Außerdem kann er nachschauen, wann im Fernsehen eine Sendung über sein Reiseland läuft.

Besucher können die komplette Reise online buchen

"Die Qualität der deutschen Reise-Sites ist in den letzten zwei Jahren viel besser geworden", sagt Buchautor Tobias Gohlis. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Reiseangebot im Netz und arbeitet derzeit an einer Neuauflage des "Travelguide Internet". Kommerzielle Sites setzen Gohlis zufolge verstärkt auf den E-Commerce. Die Besucher sollen nicht nur Informationen abrufen, sondern ihren Flug, das Hotel, den Leihwagen oder gleich die ganze Reise online buchen.

Auch das Online-Reisemagazin Traxxx von www.focus.de ist Reiseführer und Ticketschalter in einem. "Unser Reisemagazin ist eines der stärksten Ressorts", sagt Jürgen Marks, Chefredakteur von "Focus online". Die Besucher seien vor allem auf nutzwertige Tipps aus, wie dem Club-Check für den Urlaubsort. "Außerdem buchen sie immer häufiger Reisen direkt von unserer Site."

Beim Wettbewerb um die meisten Klicks setzt www.locality.de auf Reisende, die ohne Handy nicht das Haus verlassen. Das Internet-Angebot soll in Zukunft auf die Displays von UMTS-Handys passen, die Mobiltelefone der nächsten Generation. "Wenn ein Tourist abends um elf vor dem Hamburger Michel steht, soll ihm sein Handy sagen können, wo er in der Nähe ein italienisches Restaurant findet, das noch geöffnet hat", sagt Firmensprecherin Anja Krabbe. Besitzer von Taschencomputern können den Service schon mal ausprobieren: Infos zu sechs Städten stehen zum Download bereit.

Während die großen Reiseportale immer mehr Informationen und Dienstleistungen aus einer Hand bieten, spezialisieren sich kleinere Verlage auf ausgewählte Zielgruppen. Unter www.reise-know-how.de können etwa Individualreisende nachlesen, ob sich seit der letzten Printauflage des jeweiligen Länderführers wichtige Daten verändert haben. Wer will, kann auch eigene Tipps loswerden, wie die Indien-Reisenden Gabriele und Jochen: "Der See beim Mount Abu ist leider umgekippt und riecht bei warmem Wetter wirklich unangenehm.

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